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Überlastete Kliniken: Größere Verlegungen aus Bayern in Vorbereitung

06:03
24.11.2021
Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in den Kliniken bereitet sich Bayern auf den Transport einer größeren Zahl von Intensivpatienten in andere Bundesländer vor. Für den Freistaat sei dazu inzwischen das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands aktiviert. Das teilte die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der Nacht zum Mittwoch mit.

In den nächsten Tagen soll eine größere Anzahl an Patienten in andere Kleeblatt-Regionen verlegt werden. Bayern ist in der Notfall-Struktur das Kleeblatt Süd. Auch die ebenfalls besonders von Corona betroffenen Länder Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg haben den Angaben nach das Konzept aktiviert, sie gehören zum Kleeblatt Ost. Aktuell gab es zuletzt im Norden und in Hessen noch freie Kapazitäten.

Damit Covid-19-Patienten trotz sich abzeichnender Engpässe in einigen Regionen weiterhin intensivmedizinisch behandelt werden können, hatte das strategische Steuerungsgremium von Bund und Ländern zuvor die Kleeblatt-Konferenz aktiviert. Das teilte der Vorsitzende des Arbeitskreises der Innenministerkonferenz für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung, Hermann Schröder, am Dienstag auf Anfrage mit.

Zweck dieser Konferenz, die sich täglich oder im Zwei-Tages-Rhythmus austauscht, ist es, eine bundesweite Verlegung von Patienten zu organisieren. Dabei geht es darum, freie Plätze und geeignete Transportmittel zu finden. «Wir müssen davon ausgehen, dass es zu Verlegungen über ein Kleeblatt hinaus kommen wird», hatte Schröder der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder im Frühjahr 2020 ein Konzept für die bundesweite Verlegung von Patienten entwickelt. Im September vergangenen Jahres wurde das sogenannte Kleeblatt-Konzept dann durch die Innen- und Gesundheitsminister beschlossen.

Es sieht vor, dass zunächst innerhalb der fünf Regionen - West, Nord, Ost, Süd, Südwest - verlegt wird. Wenn in einer dieser Regionen absehbar keine freien Plätze mehr vorhanden sind, wird im Austausch mit dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Verlegung auch in andere Gebiete organisiert. Eine Fachgruppe des Robert Koch-Instituts berät dabei.

(dpa)

Immer mehr Soldaten helfen im Kampf gegen Corona

05:02
24.11.2021
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen immer mehr Soldaten der Bundeswehr im Südwesten. Im Rhein-Neckar-Kreis unterstützen zehn Soldaten seit Montag die Nachverfolgung von Kontakten, wie das Landeskommando Baden-Württemberg der dpa auf Nachfrage mitteilte. Ab Mittwoch helfen bei dieser Aufgabe auch im Enzkreis zehn Soldaten. Im Kreisimpfstützpunkt Offenburg leisten Soldaten sogenannte administrative Unterstützung, in der Oberschwabenklinik in Ravensburg sind zwei Sanitätssoldaten im Einsatz. In Biberach sollen Soldaten ab kommender Woche in Heimen verschiedenste Aufgaben verrichten - Geschirr abräumen, Betten machen, Wäsche verteilen, Versorgungsfahrten erledigen. Weitere Anträge auf Unterstützung seien eingegangen.

Im vergangenen Jahr waren in Baden-Württemberg zu Spitzenzeiten 2500 Soldaten auf Gesundheitsämtern, in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen im Kampf gegen die Pandemie im Einsatz.

(dpa)

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