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WHO erteilt indischem Corona-Impfstoff Covaxin Notfallzulassung

12:50
03.11.2021
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den ersten Corona-Impfstoff aus Indien anerkannt. Sie erteilte dem Präparat Covaxin der Firma Bharat Biotech am Mittwoch eine Notfallzulassung, wie die WHO in Genf bekanntgab. Diese Zulassung haben damit nun inzwischen sieben Mittel: neben Covaxin auch die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Johnson&Johnson, Sinopharm und Sinovac. Die Prüfung des russischen Impfstoffs Sputnik V ist noch nicht abgeschlossen.

Die WHO-Notfallzulassung hat keine Relevanz für Länder oder Regionen mit eigenen Regulierungsbehörden wie die EU oder die USA. Sie prüfen Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien selbst und entscheiden dann über eine Zulassung. Länder, die keine derartigen Behörden haben, verlassen sich aber bei der nationalen Zulassung auf die WHO. Auch UN-Organisationen können solche Impfstoffe dann kaufen und einsetzen. Die WHO empfiehlt allen Ländern, die Impfung mit Stoffen, die eine WHO-Notfallzulassung haben, bei Reisenden anzuerkennen.

Im Fall von Covaxin hätten die technischen WHO-Experten festgestellt, dass der Nutzen einer Impfung deutlich größer sei als mögliche Nebenwirkungen, teilte die WHO mit. Die Wirksamkeit liege bei 78 Prozent. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff liegt bei mehr als 90 Prozent. Covaxin wird aus einem inaktivierten SARS-CoV-2-Antigen hergestellt. Der Impfschutz wird mit zwei Dosen hergestellt. Das Präparat ist in Indien - mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern zweitbevölkerungsreichstes Land der Welt - schon weit verbreitet.

(dpa)

Nordeuropäer bekennen sich nach schwerer Corona-Zeit zur Kooperation

12:12
03.11.2021
Nach Zeiten der geschlossenen Grenzen aufgrund der Corona-Pandemie haben sich die Länder Nordeuropas zu ihrer ansonsten engen Zusammenarbeit bekannt. Die Mitglieder des Nordischen Rates hätten die gemeinsame Vision, bis 2030 zur nachhaltigsten und am meisten integrierten Region der Erde zu werden, sagte Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin am Mittwoch bei einem Treffen des Rates in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dem Nordischen Rat gehören die Länder Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island sowie die weitgehend autonomen Färöer, Grönland und Åland an.

Im Zuge der Corona-Krise hatten mehrere skandinavische Länder ihre Grenzen geschlossen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte dazu, man habe die Maßnahmen ergriffen, die wegen der Pandemie nötig gewesen seien. «Ich glaube, dass niemand von uns Maßnahmen an den Grenzen wünscht, die nicht notwendig sind», sagte sie an der Seite weiterer Regierungschefs der Region sowie der schwedischen Ministerin für nordische Zusammenarbeit, Anna Hallberg, die Ministerpräsident Stefan Löfven in Kopenhagen vertrat.

Man müsse aus den gemachten Erfahrungen lernen und gemeinsam besser auf künftige Krisen vorbereitet sein, sagte Frederiksen. «Wir kennen sie noch nicht, aber wir müssen vorbereitet sein.» Um die enge Zusammenarbeit zu unterstreichen, einigten sich die Regierungschefs auf eine gemeinsame Erklärung zur Kooperation bei der Versorgungssicherheit und Versorgungsbereitschaft. «Wir müssen uns auf Szenarien vorbereiten, die sofortige Krisenreaktionen und Notfallressourcen erfordern», hieß es in einem gemeinsamen Statement. Die nordische Kooperation sei eine Ressource, die den Ländern in Krisen nützen könne, erklärte Marin.

Frederiksen traf in Kopenhagen auch den norwegischen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Vor zwei Jahren hatten die Nordeuropäer auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrem informellen Sommertreffen in Island als Gast eingeladen. Dabei hatte vor allem das Thema Klimawandel eine große Rolle gespielt.

(dpa)

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