Letztes Update:
20211103132054

Appell an Bevölkerung statt strenger Kontrollen wegen Warnstufe

12:06
03.11.2021
Ordnungsämter in Baden-Württemberg wollen trotz der neuen Corona-Warnstufe zunächst nicht umfangreicher kontrollieren, ob die schärferen Einschränkungen für Ungeimpfte auch umgesetzt werden. «Es geht nicht darum, Menschen zu kontrollieren, sondern wieder verstärkt Aufmerksamkeit zu schaffen», sagte eine Sprecherin der Stadt Stuttgart am Mittwoch. Wie bisher auch solle es auf der Straße und in Gaststätten stichprobenartige Kontrollen geben. Auch Auffälligkeiten und Hinweisen wollten Polizei und Ordnungsämter weiter nachgehen, bestätigte ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in Mannheim.

Die Warnstufe war am Mittwoch ausgelöst worden, weil zu viele Corona-Patienten auf den baden-württembergischen Intensivstationen behandelt werden. Für Ungeimpfte gelten deshalb strengere Corona-Maßnahmen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss für zahlreiche Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen einen teuren PCR-Test vorweisen - etwa im Restaurant, Kino, Schwimmbad, Museum oder in der Kantine. Im Freien ist dort künftig ein 3G-Nachweis gefordert, dann genügt aber meist ein Schnelltest. Auch die Kontaktbeschränkungen kehren zumindest für Ungeimpfte wieder zurück.

(dpa)

Impfstoffforscher Sander: 30 Millionen Menschen brauchen Auffrischung

12:05
03.11.2021
Der Impfstoffexperte Leif Sander hält bei etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland zeitnah Auffrischimpfungen gegen Corona für geboten. Das gegenwärtige Tempo beim Impfen reiche nicht, um die hochgefährdete Gruppe in diesem Winter zu erreichen, sagte der Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Charité am Mittwoch in Berlin. Er bekräftigte seine Forderung nach einer koordinierten Booster-Kampagne. Damit sollten vor allem Ältere ab 70, Menschen mit schweren Vorerkrankungen und Immunschwäche sowie Personal im Gesundheitswesen rasch erreicht werden. Zu erwarten sei auch ein dämpfender Effekt auf das Infektionsgeschehen.

Insgesamt sind Experten zufolge in Deutschland noch zu viele Menschen ganz ohne Schutz. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sprach von 16,2 Millionen ungeimpften Menschen über 12 Jahren in Deutschland - davon seien 3,2 Millionen über 60 und damit besonders gefährdet. Sander sagte, Impfungen fehlten auch in anderen Gruppen, etwa bei Schwangeren. «Wir sehen das auf unseren Stationen leider.» Die Belastung in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen sei sehr eng mit der Zahl der ungeimpften Menschen verknüpft. «In den Krankenhäusern steigt der Druck auf die Betten.» Eine Trendwende sei aktuell nicht absehbar.

Befürchtungen vor etwaigen späteren Folgen der Corona-Impfung trat der Forscher entgegen. «Die häufig geäußerten Sorgen um mögliche Langzeitfolgen sind unbegründet.» Er sprach von «herausragender Wirksamkeit» und «extrem hoher Sicherheit» der mRNA-Impfstoffe.

(dpa)

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