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Umfrage: Mehrheit für erneute Homeoffice-Pflicht

04:02
18.11.2021
Knapp zwei Drittel der Bundesbürger sind angesichts steigender Corona-Infektionszahlen für die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht in dafür geeigneten Berufen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag) fordern 61 Prozent eine verpflichtende Regelung, wenn das Arbeiten von zu Hause aus möglich ist. 28 Prozent sind gegen eine staatliche Vorgabe, der Rest antwortete unentschlossen.

Für eine solche Pflicht plädieren in der Anhängerschaft von SPD, Grünen und Linken jeweils über 70 Prozent, bei den Unions-Unterstützern sind es 58 Prozent, wie es weiter hieß. Geteilt ist die Meinung im Lager der FDP. 28 Prozent der Menschen, die der AfD nahestehen, befürworten dieses Arbeitsmodell.

Die Homeoffice-Pflicht galt so ähnlich schon bis Juni: Beschäftigten mit «Büroarbeiten oder vergleichbaren Tätigkeiten» muss Homeoffice ermöglicht werden. Es sei denn, es geht aus betrieblichen Gründen nicht wie etwa beim Bearbeiten von Post. Beschäftigte müssen das Homeoffice-Angebot annehmen - außer, die Arbeit ist zu Hause nicht möglich, weil es zum Beispiel zu eng oder zu laut ist oder nötige Ausstattung fehlt.

Bund und Länder ringen um eilige zusätzliche Maßnahmen gegen die immer bedrohlichere Corona-Welle. An diesem Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen beschließen. Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Donnerstag auch erneut zu einer Krisenrunde mit den Ministerpräsidenten zusammenkommen. Im Blick steht dabei eine einheitliche Linie etwa bei Zugangsregeln, Alarmschwellen der Klinikbelastung und mehr Impfungen.

(dpa)

Infektionszahlen bei Ungeimpften schnell senken

03:57
18.11.2021
Angesichts der angespannten Corona-Lage in Deutschland hält der Virologe Christian Drosten einen Maßnahmen-Mix mit 2G-Regel, mehr Auffrischimpfungen sowie Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte für sinnvoll.

«Allein um unser Gesundheitssystem weiter funktionsfähig zu halten und die medizinische Allgemeinversorgung gewährleisten zu können, muss es unser oberstes Ziel sein, die Ungeimpften gegen eine Infektion zu schützen», erklärte der Leiter der Charité-Virologie in Berlin auf dpa-Anfrage.

Die Infektionszahlen der Ungeimpften müssten schnell gesenkt werden, da diese Menschen bei einer Infektion ein vielfach höheres Risiko als Geimpfte hätten, ins Krankenhaus zu kommen. Covid-19 sei in erster Linie eine «Krankheit der Ungeimpften», betonte er.

(dpa)

Landkreise fordern Corona-Impfpflicht in Pflegeheimen

03:44
18.11.2021
Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen fordern die Landkreise die rasche Einführung einer Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen.

Es sei «höchste Zeit für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen», sagte der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Bei einer Impfpflicht für bestimmte Berufe müssten auch die übrigen Angestellten beispielsweise von Pflegeheimen wie Köche oder Reinigungskräfte einbezogen werden. Auch sie spielten eine Rolle im Infektionsgeschehen.

Eine Impfpflicht sei «in Anbetracht von 15 Millionen ungeimpften Menschen, einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 und einer sich regional zuspitzenden Situation» erforderlich, sagte Sager. Er erwarte von dem Krisentreffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder an diesem Donnerstag «entschlossenes Handeln. Die Politik muss der Bevölkerung eine klare Vorstellung davon vermitteln, was in diesem Winter auf sie zukommt».

Auch die Pflegeverbände fordern eine Impfpflicht für alle Beschäftigten in Heimen und Kliniken. «Wenn wir über Impfpflichten sprechen, müssen wir grundsätzlich über alle sprechen, die in den Einrichtungen arbeiten», sagte Präsidentin Christine Vogler vom Dachverband Deutscher Pflegerat der «Wirtschaftswoche».

«Jede und jeder, der da täglich hineingeht, ist mit den anderen direkt oder indirekt in Kontakt. Das gilt für Mediziner, Pflegekräfte, Hilfskräfte, Hausmeister, Küchenbeschäftigte oder das Reinigungspersonal», sagte Vogler. «Der Keim darf gar nicht zur Tür hereinkommen. Das muss der Maßstab sein.»

In Einrichtungen seien oft die Hälfte oder mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der Pflege keine Fachkräfte, sagte sie. Vogler verwies darauf, dass es bereits Impfvorgaben gebe, die schnell als Vorbild dienen könnten. So müsse Personal in Krankenhäusern einen Hepatitisschutz nachweisen. Gegen Masern müssten Kinder und Beschäftigte in Kitas immunisiert sein.

(dpa)

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