Knapp zwei Drittel der Bundesbürger sind angesichts steigender Corona-Infektionszahlen für die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht in dafür geeigneten Berufen.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag) fordern 61 Prozent eine verpflichtende Regelung, wenn das Arbeiten von zu Hause aus möglich ist. 28 Prozent sind gegen eine staatliche Vorgabe, der Rest antwortete unentschlossen.
Für eine solche Pflicht plädieren in der Anhängerschaft von SPD, Grünen und Linken jeweils über 70 Prozent, bei den Unions-Unterstützern sind es 58 Prozent, wie es weiter hieß. Geteilt ist die Meinung im Lager der FDP. 28 Prozent der Menschen, die der AfD nahestehen, befürworten dieses Arbeitsmodell.
Die Homeoffice-Pflicht galt so ähnlich schon bis Juni: Beschäftigten mit «Büroarbeiten oder vergleichbaren Tätigkeiten» muss Homeoffice ermöglicht werden. Es sei denn, es geht aus betrieblichen Gründen nicht wie etwa beim Bearbeiten von Post. Beschäftigte müssen das Homeoffice-Angebot annehmen - außer, die Arbeit ist zu Hause nicht möglich, weil es zum Beispiel zu eng oder zu laut ist oder nötige Ausstattung fehlt.
Bund und Länder ringen um eilige zusätzliche Maßnahmen gegen die immer bedrohlichere Corona-Welle. An diesem Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen beschließen. Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Donnerstag auch erneut zu einer Krisenrunde mit den Ministerpräsidenten zusammenkommen. Im Blick steht dabei eine einheitliche Linie etwa bei Zugangsregeln, Alarmschwellen der Klinikbelastung und mehr Impfungen.