Letztes Update:
20211116195014

Gemeldete Zahlen: Ungeimpfte infizieren sich häufiger als Geimpfte

19:16
16.11.2021
Corona-Daten aus mehreren Bundesländern deuten auf wesentlich mehr Neuinfektionen unter Ungeimpften hin als bei Menschen mit vollständigem Impfschutz. Zwar werden Ungeimpfte vermutlich viel häufiger getestet, doch eine grobe Einschätzung des Pandemiegeschehens unterschieden nach Impfstatus lassen die Werte aus Expertensicht dennoch zu.

Nach den unter anderem von Bundesländern wie Sachsen oder Bremen veröffentlichten Angaben war die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen unter den Ungeimpften zuletzt um ein Vielfaches höher als bei den Menschen mit vollständigem Impfschutz.

Solche Zahlen seien «sicher etwas verzerrt», sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf etwa die Testhäufigkeit. Ungeimpfte müssen zum Beispiel zwingend einen Test vorlegen, wenn 3G-Regeln im Restaurant oder am Arbeitsplatz gelten.

Diese Faktoren seien aber nicht so bedeutend, dass sie den Unterschied komplett erklärten, sagte Watzl. «Daher ist immer noch richtig, dass sich Ungeimpfte deutlich häufiger infizieren als Geimpfte.»

(dpa)

Ampel will Testpflicht für Kliniken und Heime einführen

19:00
16.11.2021
Beschäftigte und Besucher sollen Kliniken und Pflegeeinrichtungen nach Plänen der möglichen Ampelkoalition nur mit tagesaktuellem negativem Corona-Test betreten dürfen. Das geht aus einer Vorlage für den Hauptausschuss des Bundestags hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Bei Beschäftigten, die geimpft oder genesen sind, soll die Testung auch durch Antigen-Tests zur Eigenanwendung ohne Überwachung erfolgen können, also durch einen Selbsttest. Ein PCR-Test soll zweimal pro Woche reichen. Auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung soll die Testpflicht gelten.

Die Pläne sollen mit der vorgesehenen Änderung des Infektionsschutzgesetzes am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden. Eine Impfpflicht für Einrichtungen etwa der Pflege will die mögliche Ampelkoalition dagegen vorerst nicht vorsehen. Darüber solle in den nächsten Wochen entschieden werden, hatte es geheißen.

(dpa)

Appell der Intensivmediziner: Impfen gegen Abstriche bei Versorgung

18:56
16.11.2021
Führende Intensiv-Mediziner im Südwesten haben sich mit einem dringenden Impf-Appell an die Bürger gewandt. Indem sie sich immunisieren ließen und auch die sonstigen Hygieneregel und die Maskenpflicht beachteten, könnten sie dazu beitragen, dass andere nicht leiden müssten, betonten die Intensivmediziner und Intensiv-Planungsverantwortlichen aus Stuttgart, Ulm, Karlsruhe Heidelberg, Tübingen und Freiburg. In Ludwigsburg sitzt mit dem Ärztlichen Direktor der RKH Kliniken, Götz Geldner, der Koordinator der sechs Versorgungscluster im Land.

Es sei zu befürchten, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichen Brief, dass bald mehr als 60 Prozent aller verfügbaren Intensivbetten durch Covid-Patienten belegt würden. Darunter seien 90 Prozent Ungeimpfte und 10 Prozent ohne Auffrischung bereites erfolgter Impfungen.

Während bislang eine gute Versorgung für Menschen mit akuten lebensbedrohlichen Erkrankungen möglich gewesen seien, habe die hochinfektiöse Delta-Variante seit Herbst für Abstriche bei der Behandlung schwerer Fälle gesorgt. Menschen mit Herzinfarkt, Krebskranke oder Patienten mit komplizierten orthopädischen Erkrankungen könnten nicht mehr so gut und zeitnah versorgt werden, weil Pflegende und Ärzte vermehrt in der Versorgung von Covid-Patienten gebunden seien.

(dpa/lsw)

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