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20211116154400

Hochschulen und Studentenwerk gegen neue Schließungen

14:39
16.11.2021
Aus den Hochschulen kommt Kritik an den Ampel-Plänen für künftige Corona-Maßnahmen, die auch deren Schließungen weiterhin ermöglichen sollen. Automatismen bis hin zu Hochschulschließungen in das Infektionsschutzgesetz einzubauen, sei kontraproduktiv und überflüssig, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Es gebe keinerlei Hinweise, dass es in Hochschulen bislang zu einem größeren Infektionsgeschehen gekommen sei.

SPD, Grüne und FDP hatten zuletzt angesichts der Corona-Lage ein geplantes Regelwerk für die kommenden Monate verschärft. Bundesländer sollen nun doch weiterhin einige besonders harte Maßnahmen ergreifen dürfen, vorausgesetzt ihre Landtage beschließen das. Dazu zählen Einschränkungen oder Verbote bei Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen, Demos oder Versammlungen und auch Schließungen von Hochschulen. Umfassende Schul-, Restaurant- oder Geschäftsschließungen sollen dagegen ausgeschlossen sein.

«Die Hochschulen haben einen für die Zukunft unseres Landes zentralen Bildungs- und Ausbildungsauftrag. Sie kommen diesem Auftrag seit nunmehr fast zwei Jahren unter den schwierigen Pandemiebedingungen mit großer Umsicht und hohem Verantwortungsbewusstsein nach», sagte HRK-Präsident Peter-André Alt.

Zustimmung kam vom Deutschen Studentenwerk (DSW). Hochschulschließungen dürften, wenn überhaupt, nur als ultima ratio bei erheblichem Infektionsgeschehen in Frage kommen, sagte DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl. «Den Studierenden, die sich in drei reinen Online-Semestern mit älteren Menschen und vulnerablen Gruppen unserer Gesellschaft absolut solidarisch gezeigt haben, können weitere digitale Semester nicht umstandslos zugemutet werden.»

(dpa)

Umfrage: Knappe Mehrheit für generelle Impflicht

14:24
16.11.2021
Im Kampf gegen Corona befürwortet eine knappe Mehrheit der Deutschen eine Impfpflicht. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten «Trendbarometer» von RTL und ntv hervor, für den das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 1000 Menschen befragt hatte. Dabei sprachen sich 53 Prozent für eine generelle Impfpflicht aus; 45 Prozent vertraten die Meinung, eine Impfung sollte weiterhin freiwillig sein. In Ostdeutschland wird allerdings eine Pflicht zur Impfung mehrheitlich abgelehnt.

Auf große Skepsis stößt zudem das Vorhaben der Ampel-Parteien, die «epidemische Lage» auslaufen zu lassen. 60 Prozent der Befragten finden das falsch - das sind noch einmal vier Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Nur noch gut jeder Dritte hält diese Entscheidung für richtig. Die Feststellung einer «epidemischen Lage» gibt dem Bund weitreichende Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung. SPD, Grüne und FDP wollen diese in wenigen Tagen auslaufende Regelung allerdings nicht verlängern.

(dpa)

Pfizer vergibt Lizenzen für Generika seines Covid-Medikaments

14:05
16.11.2021
Das Pharmaunternehmen Pfizer vergibt Lizenzen an Generikahersteller für die Herstellung seines Covid-Medikaments. Welche Firmen das sind, werde die Organisation Medicines Patent Pool (MPP) entscheiden, berichtete ein Sprecher von Unitaid am Dienstag in Genf. Unitaid ist eine Einrichtung, die 2006 ursprünglich für den Einkauf von Medikamenten gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose gegründet worden war, um für ärmere Länder niedrigere Preise zu bekommen.

Der Pfizer-Wirkstoff PF-07321332 soll Covid-19-Patienten vor einem schweren Verlauf der Krankheit bewahren. Das Unternehmen hatte Anfang November positive Ergebnisse einer Phase-III-Studie bekanntgegeben und ist dabei, Zulassungen zu beantragen.

Mit den Lizenzen sollen Hersteller in 95 Ländern, in denen 53 Prozent der Weltbevölkerung leben, in die Produktion einsteigen können. Wie teuer das Medikament wird oder welcher Preisunterschied zwischen Original- und Generika-Produkt bestehen wird, sei noch nicht bekannt. Solange die WHO-Klassifizierung der Corona-Pandemie als «Notlage von internationaler Tragweite» bestehe, bekomme das Unternehmen keine Lizenzgebühren und auch danach zumindest aus den ärmsten Ländern nicht.

(dpa)

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