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20211115151021

Drosten dämpft Erwartungen an 3G-Regel in Bussen und Bahnen

14:19
15.11.2021
Der Virologe Christian Drosten hat Erwartungen an die 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln gedämpft. Die Testung als Voraussetzung für den Zugang verhindere keine Infektion von Ungeimpften, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Montag in einer Expertenanhörung im Bundestag zu den Corona-Plänen der werdenden Ampelkoalition. Man sei jetzt in einer «Hochinzidenz-Zeit» und müsse damit rechnen, dass anwesende Geimpfte je ein «substanzielles Risiko» hätten, unerkannt infiziert zu sein. Das Ziel, Ungeimpfte vor Ansteckung zu schützen, werde somit verfehlt. In stabilen Sozialgruppen, etwa am Arbeitsplatz, könne die 3G-Regel jedoch noch etwas ausrichten, zum Beispiel mit Tests alle zwei Tage. Dem stünden aber logistische Anforderungen entgegen.

Die Ungeimpften, die mit der 2G-Regel geschützt werden sollen, könnten das Virus nach Hause getragen bekommen, etwa durch Kinder oder Enkel, schilderte der Virologe. Der Schulbetrieb solle und müsse trotz der hohen Inzidenzen weiterlaufen. «Unter diesem Eindruck, denke ich, muss man sich Gedanken darüber machen, wie man hier eine zusätzliche Schutzschicht einführt für diejenigen, die nicht geimpft sind und im Privatbereich infiziert werden können.» Das laufe über die Gruppengröße und die Freiheit, sich zu treffen.

(dpa)

Experte: Kliniken schrecken vor «Verlustbringer» Covid-Patient zurück

14:16
15.11.2021
Der Koordinator für die intensivmedizinische Corona-Versorgung ruft die Krankenhäuser im Südwesten auf, ihre Kapazitäten für Covid-Patienten hochzufahren. 40 Prozent der Intensivbetten müssten für deren Aufnahme frei gehalten werden, sagte Götz Geldner der Deutschen Presse-Agentur.

Einen entsprechenden Aufruf von Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne), der bei Nichtbefolgen mit rechtlichen Schritten gedroht hatte, unterstütze er uneingeschränkt, sagte der ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH Kliniken. Es sei zwar nachvollziehbar, dass manche Krankenhäuser aus finanziellen Gründen nur zögerlich Covid-Patienten aufnähmen, weil sie als «Verlustbringer» gälten, etwa im Vergleich zu Herzpatienten. «Aber wir müssen in dieser Situation solidarisch sein», betonte der Mediziner am Montag.

Geldner sieht noch keine Verlegung großen Stils von baden-württembergischen Corona-Patienten in andere Bundesländer voraus. Den «kleinen Grenzverkehr», etwa zwischen Nordbaden und Hessen, habe es schon vor der Pandemie gegeben. 

(dpa/lsw)

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