Letztes Update:
20211113110053

Lindner: Bezweifle nicht Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen

10:33
13.11.2021
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat klargestellt, dass er nicht die Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen für die Eindämmung der Corona-Pandemie bestreitet. Zuvor waren Äußerungen von ihm am Freitagabend in den ARD-«Tagesthemen» teils anders verstanden worden und im Internet auf Empörung gestoßen. Am Samstag schrieb Lindner auf Twitter: «Wenn ich in den "Tagesthemen" missverständlich war, bedauere ich das. Denn ich werbe für konsequente und wirksame Maßnahmen! An Kontaktbeschränkungen zweifele ich nicht, sondern nur zum Beispiel an der Verhältnismäßigkeit von Ausgangssperren für Geimpfte.»

In der Sendung war er von Moderator Ingo Zamperoni gefragt worden, warum mit dem Auslaufen des Rechtsstatus der Epidemischen Notlage nationaler Tragweite auf Eindämmungsmöglichkeiten wie Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen verzichtet werde. «Weil diese Maßnahmen nach wissenschaftlichen Untersuchungen keine Wirksamkeit haben und weil auch deutsche Gerichte solche Ausgangsbeschränkungen ja bereits verworfen haben», hatte Lindner geantwortet. Auf Zamperonis ungläubige Nachfrage, ob er wirklich behaupte, dass Kontaktbeschränkungen und Ausgehverbote nicht wirksam seien: «Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit von Ausgangsbeschränkungen zum Beispiel für geimpfte Menschen, die eben nicht das Infektionsgeschehen eindämmen.»

Im Netz war ihm vorgeworfen worden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu ignorieren. Teilweise wurde ihm die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Die mit Corona-Themen befasste Göttinger Physikerin Viola Priesemann bot ihm via Twitter an, Aufklärung zu verschaffen.

(dpa)

Mehrheit von Österreichs Ländern unterstützen Lockdown für Ungeimpfte

10:33
13.11.2021
In Österreich zeichnet sich vor einer neuen Corona-Krisensitzung unter den neun Bundesländern eine breite Zustimmung zu weitreichenden Einschränkungen für Ungeimpfte ab. Das zeigt eine Übersicht der Nachrichtenagentur APA von Samstag. Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein wollen sich am Sonntag mit den Bundesländern beraten und die Weichen für einen weitgehenden Lockdown für Ungeimpfte stellen. Das Parlament soll die Verordnung dann noch am Sonntagabend absegnen.

Am Samstag erreichten die gemeldeten Corona-Neuansteckungen wieder einen Rekord: Innerhalb eines Tages wurden mehr als 13 000 Infektionen verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner stieg auf 814,6. Erst Anfang der Woche hatte Österreich angesichts stark steigender Zahlen die 2G-Regel für Lokale, Tourismus, Veranstaltungen und Sport eingeführt. Damit haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt.

«Wir müssen an einem Strang ziehen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen», sagte der Landeshauptmann (Ministerpräsident) der Steiermark, Hermann Schützenhöfer, der APA. Es sei vernünftig, bundeseinheitlich zu handeln, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. «Die mangelnde Impfbereitschaft einiger darf nicht zu Einschränkungen aller führen.» Wiens Bürgermeister Michael Ludwig unterstützte die Pläne ebenfalls. Salzburg und Oberösterreich stehen ebenfalls dahinter, Kärnten und Vorarlberg wollen das Treffen noch abwarten.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sagte als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, er orte bei den anderen Landeshauptleuten Zustimmung für einen Lockdown für Ungeimpfte. Einzig der Vertreter des Burgenlandes blieb skeptisch. Die Frage sei, wie ein «Lockdown für Ungeimpfte» in der Praxis funktionieren solle und wie man ihn erklären könne, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil der APA.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden