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20211112162849

Wagenknecht verteidigt Impf-Aussagen

16:26
12.11.2021
Die frühere Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, hat ihre Aussagen zur Corona-Impfung verteidigt. Sie sehe sich nicht als Corona-Leugnerin, teilte sie dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» auf Anfrage mit. «Ich halte es für unverantwortlich, die Gefahren von Covid-19 zu leugnen. Weltweit sind Millionen Menschen daran gestorben», schrieb Wagenknecht. Sie weise nur darauf hin, dass der Impfstoff neuartig und schwer einzuschätzen sei.

Die prominente Politikerin der Linken hatte vor knapp zwei Wochen in der ARD-Talkshow «Anne Will» ihre Entscheidung, bisher auf eine Impfung zu verzichten unter anderem damit begründet, dass es sich um «neuartige Impfungen» im Vergleich zum «klassischen Impfstoff» handele. «Jetzt bekommen wir einen genetischen Code geimpft. Das ist ein anderes Verfahren.» Sie finde es anmaßend zu sagen, man wisse, was das in fünf oder zehn Jahren auslöse.

Wagenknecht hatte außerdem die Debatte über Bayern-Profi Joshua Kimmich als «moralisch aufgeladen» kritisiert. «Jeder soll das für sich selbst entscheiden.» Aus ihrer Partei hatte es daraufhin zum Teil scharfe Kritik gegeben.

Dem «Spiegel» sagte Wagenknecht, die Polarisierung der Gesellschaft erreiche zur Zeit «beängstigende Ausmaße». Das «gängige Narrativ», «dass die Ungeimpften daran schuld seien, dass wir immer noch nicht zur Normalität zurückkehren können, schürt Panik, Angst und Hass.» Ihrer Ansicht nach gebe es «keine Pandemie der Ungeimpften».

(dpa)

Astrazeneca will Impfstoff nicht mehr zum Selbstkostenpreis abgeben

16:26
12.11.2021
Der Pharmakonzern Astrazeneca will seinen Corona-Impfstoff nicht länger zum Selbstkostenpreis abgeben. Das britisch-schwedische Unternehmen teilte am Freitag mit, dass es mehrere gewinnorientierte Vereinbarungen für 2022 unterzeichnet habe und moderate Erträge erwarte.

«Das Virus wird endemisch, was bedeutet, dass wir lernen müssen, damit zu leben», sagte Astrazeneca-Chef Pascal Soriot der BBC. Das Unternehmen habe bereits anfangs angekündigt, dass es später auch Gewinne erzielen wolle. Soriot betonte aber: «Es ist nicht etwas, das wir als großen Gewinnbringer sehen.» Es werde gestaffelte Preise geben, um sicherzustellen, dass der Impfstoff erschwinglich bleibe. Die Wettbewerber Pfizer/Biontech und Moderna machen mit ihren Vakzinen seit Beginn Profit.

Die globalisierungskritische Organisation Oxfam kritisierte den Schritt scharf. Astrazeneca breche seine «wiederholten und gefeierten öffentlichen Versprechen eines gemeinnützigen Impfstoffs für alle Länder für die Dauer dieser Pandemie», sagte Oxfam-Expertin Anna Marriott. Dabei wüte die Pandemie nach wie vor, und 98 Prozent der Menschen in den ärmsten Ländern seien noch nicht vollständig geimpft. Die britische Organisation Global Justice Now kritisierte, die Entscheidung «zeigt die völlige Torheit, öffentlich finanzierte Wissenschaft an große Pharmaunternehmen zu verschenken». Die britische Regierung hatte die Entwicklung des Impfstoffs durch Astrazeneca und die Universität Oxford maßgeblich finanziert.

Das Unternehmen legte am Freitag Quartalszahlen vor. Demnach rutschte das Pharmaunternehmen trotz eines kräftigen Umsatzsprungs in die roten Zahlen. Die Corona-Impfung spülte dem Konzern zwar etwas mehr als eine Milliarde Dollar in die Kassen. Die Verpflichtung zur Abgabe zum Selbstkostenpreis drückt allerdings auf die Margen.

(dpa)

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