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20211112125632

Virologe Drosten plädiert für weniger Kontakte

12:55
12.11.2021
Ohne eine Einschränkung von Kontakten wird es nach Ansicht von Christian Drosten nicht gelingen, die Infektionswelle zu stoppen. «Um die wirklich erschreckend hohe Inzidenz zu drücken, sind aus wissenschaftlicher Sicht Kontaktbeschränkungen dringend erforderlich», sagt der Leiter der Virologie an der Berliner Charité dem «Spiegel». Er setzt dabei auch auf Eigenverantwortung, jeder solle überprüfen, ob man die eigenen Kontakte nicht wieder für ein paar Wochen bewusst einschränken könne. «Das eigenverantwortliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger hat uns schon in den vorherigen Wellen aus der Patsche geholfen. Ich hoffe, dass das wieder gelingt.«

Zudem müssten die Impflücken dringend geschlossen und der Immunschutz durch Auffrischungsimpfungen erneuert werden, empfahl Drosten weiter. Er verwies auf Länder mit höherer Impfquote, in denen man die Pandemie im Frühjahr wohl endgültig hinter sich lassen könne. In Deutschland sei das Ende der Pandemie aufgrund der Impflücke und der schleppenden Booster-Kampagne «meilenweit» entfernt.

Bereits in seinem Podcast am vergangenen Dienstag hatte Drosten gesagt, er erwarte einen sehr anstrengenden Winter «mit neuen, sagen wir ruhig: Shutdown-Maßnahmen». 3G oder selbst 2G reichten vermutlich nicht aus, um angesichts der Delta-Variante die Zahl der Infektionen genug zu senken. Er schränkte allerdings auch ein, dass es juristisch schwer sein könnte, breite allgemeine Kontaktmaßnahmen durchzusetzen.

Sollte es beim Impfen keinen Fortschritt geben, müsse sich Deutschland auf mindestens 100 000 weitere Corona-Tote vorbereiten, «bevor sich das Fahrwasser beruhigt», sagte Drosten damals. Das sei eine konservative Schätzung. Drosten leitet die Zahl durch vergleichende Überlegungen mit Großbritannien her.

(dpa)

Österreich: Impfpflicht für Medizinberufe, Lockdowns für Ungeimpfte

12:55
12.11.2021
Angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen in Österreich hat sich die Regierung für eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe entschieden. Außerdem sollen regionale Lockdowns für Ungeimpfte schon am Montag in Kraft treten. Wie Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Freitag bekanntgab, sollen die Einschränkungen in den am stärksten von Covid-19 betroffenen Bundesländern Oberösterreich und Salzburg die Einschränkungen bereits Anfang kommender Woche starten. Ungeimpfte dürfen dann nur noch ihr Zuhause verlassen, um ihre täglichen Bedürfnisse zu decken, zur Arbeit zu gehen oder wenn sie Hilfe benötigen, sagte Oberösterreichs Landeschef Thomas Stelzer.

Außerdem plant die Regierung einen bundesweiten Lockdown für Nicht-Immunisierte, der am Sonntag beschlossen werden soll, sagte Kanzler Alexander Schallenberg. Wann die Impfpflicht im medizinischen Bereich und der breite bundesweite Lockdown starten sollen, gab die Regierung zunächst nicht bekannt.

Oberösterreich und Salzburg liegen mit Sieben-Tages-Inzidenzen von rund 1200 weit über dem bundesweiten Wert, der zuletzt fast 780 betrug. Die Impfquoten der beiden Regionen an der Grenze zu Bayern liegen unter dem österreichischen Durchschnitt.

(dpa)

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