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20211112125454

Neue Corona-Maßnahmen in Norwegen - Auffrischdosis für alle über 18

12:54
12.11.2021
Norwegen führt neue Maßnahmen gegen steigende Corona-Zahlen ein. Dabei gehe es nicht um Lockdowns, wie man sie in früheren Stadien der Pandemie gesehen habe, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Freitag in Oslo. Vielmehr sollten die norwegischen Kommunen die Möglichkeit erhalten, auf lokaler Ebene den Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test per Corona-Zertifikat einführen zu können. Die Gemeinde Tromsø im Norden des Landes signalisierte umgehend, von dieser Möglichkeit spätestens ab Dienstag kommender Woche Gebrauch machen zu wollen.

Wie Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol an Støres Seite sagte, werden Ungeimpfte zudem ab Dienstag verpflichtet, einen Test machen zu lassen, wenn ihre Mitbewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Ungeimpfte Mitarbeiter des Gesundheitswesens sollten sich zweimal wöchentlich testen lassen und einen Mund-Nasen-Schutz nutzen.

Støre kündigte zudem an, dass allen Bürgerinnen und Bürgern im Alter über 18 Jahren eine dritte Impfdosis angeboten werden solle. Bislang wurde eine solche Auffrischung des Impfschutzes gegen Covid-19 nur Menschen angeboten, die älter als 65 Jahre sind.

Norwegen hatte sich Ende September von den allermeisten Beschränkungen im Land verabschiedet. Die Zahlen der Neuinfektionen und Krankenhauseinlieferungen stiegen zuletzt aber stark. Am Dienstag wurde ein Rekordtageswert von 2126 neuen Corona-Fällen in dem skandinavischen Nicht-EU-Land verzeichnet.

(dpa)

Spahn: Geplante Corona-Maßnahmen reichen nicht

11:23
12.11.2021
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Pläne von SPD, Grünen und FDP im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus als unzureichend kritisiert. «Es braucht mehr, als aktuell möglich gemacht werden soll», sagte Spahn am Freitag in Berlin. Bei den von den Ampel-Partnern vorgelegten Plänen zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes sind etwa keine pauschalen Schließungen von Einrichtungen mehr als Möglichkeit für die Länder vorgesehen. Die vom Bundestag festgestellte epidemische Lage als Rechtsbasis für umfassende Maßnahmen soll den Plänen der werdenden Ampel-Koalition zufolge am 25. November auslaufen und durch einen schmaleren Instrumentenkatalog ersetzt werden.

Spahn räumte zugleich ein, dass er selbst möglicherweise eine falsche Botschaft gegeben habe, als er Mitte Oktober gesagt hatte, die epidemische Lage könne auslaufen. Er habe damals vielleicht nicht ausreichend klar gemacht: «Die Pandemie ist noch nicht vorbei.» Allerdings hätten er, das Robert Koch-Institut und andere bereits im Sommer immer wieder auf Prognosen hingewiesen, nach denen die Corona-Zahlen wieder stark steigen könnten. «Es passiert jetzt gerade nichts, was nicht schon vorher in Prognosen oder Aussagen von uns allen gewesen ist», betonte Spahn.

(dpa)

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