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20211112051009

Schärfere Regeln erhöhen Impfbereitschaft in Österreich deutlich

04:32
12.11.2021
Die deutliche Verschärfung der Regeln für Ungeimpfte hat in Österreich die Zahl der Corona-Impfungen spürbar nach oben klettern lassen.

In den ersten zehn Tagen nach Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz wurden insgesamt mehr als 420 000 Stiche verzeichnet, wie aus Zahlen der Ministerien hervorgeht. In den zehn Tagen davor waren es rund 157 000. Seit 8. November gilt obendrein eine 2G-Regel, die Ungeimpfte aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausschließt.

Ein Großteil der Impfungen (235 000) entfiel seit 1. November auf Drittstiche. Zum ersten Mal ließen sich 123 000 Menschen gegen das Coronavirus durch die Injektion schützen. Eine zweite Dosis holten sich den Zahlen zufolge 64 000 Bürger. Die Impfquote liegt in Österreich bei aktuell etwa 65 Prozent der Gesamtbevölkerung, das ist etwas schlechter als der deutsche Wert.

Der Druck auf Ungeimpfte wird sich noch erhöhen. Eine Übergangsfrist, in der ungeimpfte Arbeitnehmer ersatzweise ganztags eine FFP2-Maske tragen dürfen, endet am 15. November. Die Arbeitgeber sind aufgerufen, stichprobenartig zu kontrollieren, ob ihre Beschäftigten geimpft, genesen oder getestet sind. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 500 Euro für Arbeitnehmer und bis zu 3600 Euro für die Unternehmen. Es steht im Raum, dass ab Mitte des Monats unter den Testangeboten nur noch PCR-Tests als Zutritt-Erlaubnis zum Arbeitsplatz gelten.

Von der 3G-Regel am Arbeitsplatz sind nur Beschäftigte ausgenommen, die praktischen keinen längeren Kontakt zu anderen Menschen haben, wie zum Beispiel Lastwagenfahrer.

(dpa)

Patientenschützer lehnen Impfpflicht für Pflegekräfte ab

04:21
12.11.2021
 Patientenschützer warnen mit Nachdruck vor den Folgen einer Impfpflicht für Pflegekräfte. «Schon jetzt ist es schwer, eine gute Pflege zu organisieren», sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur.

Falls ungeimpfte Mitarbeiter kündigten oder entlassen werden müssten, würde das die ohnehin angespannte Lage dramatisch verschärfen. «Schon heute schlägt die Pandemie am stärksten nicht in den Krankenhäusern zu, sondern in der Altenpflege», sagte Brysch.

Brysch verwies auf Zahlen aus Großbritannien, wo seit Donnerstag eine Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen gilt. Ungeimpfte dürfen nicht mehr in Kontakt mit zu Pflegenden kommen, ihnen droht deshalb die Entlassung. Nach Angaben des Gesundheitsdiensts NHS beträgt die Impfquote zwar rund 90 Prozent. Das bedeute aber, dass mit Stand 7. November mehr als 56 000 Pflegekräfte nicht vollständig geimpft waren.

Mit Blick auf die britischen Zahlen rechnet Brysch bei insgesamt etwa 1,2 Millionen Pflegekräften in Deutschland mit mindestens 100 000 Ungeimpften. Sollten diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr eingesetzt werden dürfen, könnte bis zu 200 000 Pflegebedürftigen kein Pflegeangebot mehr gemacht werden, sagte er. Diese Konsequenz müsse bei der Diskussion über eine Impfpflicht berücksichtigt werden.

«Das muss man vom Ende her denken und nicht von Überschriften», forderte Brysch. Zuvor hatte bereits der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewarnt, dass Pflegekräfte die Branche verlassen könnten, anstatt sich impfen zu lassen.

Der Patientenschützer schätzt, dass die Impfquote unter Pflegerinnen und Pflegern in Deutschland deutlich niedriger ist als in Großbritannien. Dafür gebe es verschiedene Gründe. So gebe es wie in der Gesamtbevölkerung Vorurteile und Desinformation. Brysch kritisierte zudem, dass es Berufsverbände nicht geschafft hätten, für eine sachkundige Information zu sorgen.

(dpa)

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