Letztes Update:
20211112050837

Intensivmediziner befürchten Überlastung durch Covid-Kranke

04:13
12.11.2021
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) warnt vor einer Überlastung der Intensivstationen durch Covid-19-Patienten.

«Wenn sich diese Dynamik fortsetzt, können wir sehr bald nur noch Notfall- und Covid-Patienten behandeln. Das müssen wir dringend verhindern», sagte Divi-Präsident Gernot Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

Er fordert sofort deutliche Verbesserungen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf den Intensivstationen. «Die Teams, allen voran die Pflegekräfte, brauchen endlich ernsthafte Unterstützung», sagte Marx. «Zum Beispiel: Nacht- und Wochenendarbeit sind ab sofort steuerfrei. Wir brauchen Verbesserungen, die jetzt und sofort spürbar sind.»

Eine Impfpflicht sieht Marx dennoch kritisch. «Als Divi sind wir dagegen, denn wir müssen die Menschen überzeugen, nicht verpflichten», sagte er mit Blick auf Forderungen nach einer Impfpflicht für das Gesundheitswesen. «Sonst ziehen sich die Zweifler noch weiter zurück aus der Gesellschaft. Große Kampagnen wären jetzt wünschenswert.»

(dpa)

Gewerkschaften beklagen Attacken gegen Ärzte und Pflegekräfte

04:06
12.11.2021
Angesichts der angespannten Corona-Lage warnen Gewerkschaften vor einer wachsenden Aggressivität gegenüber Ärzten und Pflegekräften.

«Ärztinnen und Ärzte berichten in der Pandemie immer öfter von Anfeindungen und Drohungen», sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Insbesondere diejenigen, die für das Impfen werben würden, erlebten oft direkte Bedrohungen.

Laut Bundeskriminalamtes (BKA) schrecken Impfgegner auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Die Behörde hatte bereits vor einigen Tagen erklärt, dass sie Impfgegner oder Corona-Leugner als «relevantes Risiko» im Zusammenhang mit Angriffen auf Impfzentren oder Arztpraxen einschätze. Für das «dort tätige Personal besteht die Gefahr, zumindest verbalen Anfeindungen bis hin zu Straftaten» wie etwa Körperverletzung ausgesetzt zu sein, teilte das BKA der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» mit.

Johna erklärte, vor allem die verbale Gewalt habe an Häufigkeit und Schärfe zugenommen. Sie selbst habe bereits viele Drohmails bekommen. «Ich bin gezwungen, praktisch täglich auf meinen Accounts bei Twitter und Facebook Personen zu sperren.»

Auch Vertreter der Pflegekräfte warnen vor zunehmender Angriffslust. «Wir beobachten, dass Patientinnen und Patienten aggressiver und ungehaltener reagieren, als wir das bisher kannten», sagte Grit Genster, Expertin für den Bereich Gesundheitswesen bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Das sei besonders bei der Durchsetzung coronabedingter Hygiene-Maßnahmen wie Isolation, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht oder bei PCR-Tests der Fall. Es komme dann oft zu Konflikten zwischen Pflegekräften und Patienten, aber auch zu Auseinandersetzungen mit den Angehörigen.

(dpa)

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