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20211111160631

Impfpflicht in englischen Heimen - 56 000 Pflegern droht Jobverlust

16:05
11.11.2021
Zehntausende ungeimpfte Pflegekräfte dürfen seit Donnerstag nicht mehr in Heimen in England arbeiten. Die von der Regierung gesetzte Frist, sich vollständig gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist nun verstrichen. Nach Angaben des Gesundheitsdiensts NHS haben bisher etwa 56 000 Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen das Angebot nicht genutzt. Die Daten haben den Stand 7. November. Es wird davon ausgegangen, dass seitdem noch viele Pflegekräfte die zweite Dosis erhalten haben.

Wie britische Medien berichteten, haben einige Tausend zudem Ausnahmen beantragt, weil sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Bis April muss zudem medizinisches Personal des NHS in England eine vollständige Impfung nachweisen.

Den ungeimpften Beschäftigten in Heimen droht nun der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Sie können auch auf Stellen versetzt werden, bei denen sie keinen Kontakt zu Bewohnern haben. Wie die Zeitung «Guardian» berichtete, spüren einige Heime aber bereits den Mangel an Pflegekräften. Zahlreiche Betten könnten nicht mehr betrieben werden. Verbände und Gewerkschaften forderten deshalb bis zuletzt, die Frist bis April zu verlängern.

Nach Angaben des National Care Forum haben im Durchschnitt bereits 3,5 Prozent der Beschäftigten wegen der Impfvorschrift gekündigt oder wurden entlassen. Diese Zahl werde noch weiter steigen, hieß es. Das Gesundheitsministerium betonte hingegen, die Pflicht habe die Zahl der Impfungen in die Höhe schnellen lassen - bei der Erstimpfung von 80 auf 94 Prozent der Beschäftigten in der Branche.

(dpa)

Brandenburg verschärft Corona-Regeln - 2G in Lokalen und Kinos

16:04
11.11.2021
Brandenburg führt wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen die 2G-Regel in Gaststätten, Hotels, Kinos und Theatern ein. Vom kommenden Montag an haben die Menschen dort nur noch geimpft, genesen oder im Alter unter zwölf Jahren Zutritt. Das beschloss das Kabinett am Donnerstag in Potsdam. Eine Ausnahme gibt es für unter 18-Jährige mit negativem Test und die, die nicht geimpft werden können. Die 2G-Regel gilt auch in Diskotheken, Clubs und Festivals.

In Grundschulen wird die Maskenpflicht wieder eingeführt - ab der ersten Klasse. Sie wird auch auf Horte ab fünf Jahren ausgeweitet. Für Schülerinnen und Schüler sind drei statt zwei Tests pro Woche Pflicht. Auch in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern werden mehr Tests notwendig - zum Beispiel für geimpfte und genesene Gäste. Die Verordnung gilt vorerst bis zum 5. Dezember.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die neuen Regeln für dringend notwendig. «Wir sind in einer (...) echten Notfallsituation», sagte er. Die neue Verordnung bringe für viele Menschen - vor allem für Ungeimpfte - Einschränkungen der Grundfreiheiten. Die Wahl sei aber, mindestens in einen Teil-Lockdown für alle zu gehen oder nicht.

Die Gesundheitsämter in Brandenburg registrieren unterdessen so viele Neuinfektionen wie nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages wurden 1779 Ansteckungen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich nach den amtlichen Daten in Brandenburg 285,7 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist damit in Brandenburg deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (249,1).

(dpa)

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