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Spürhunde erschnüffeln Corona-Virus - Kooperation mit Leipzig geplant

13:35
02.11.2021
Zwei vom österreichischen Militär ausgebildete Spürhunde haben nach sechs Monaten ihre Ausbildung zu Corona-Schnüfflern erfolgreich abgeschlossen. Von 3000 beschnüffelten Proben hätten sie 80 Prozent richtig erkannt, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner am Dienstag. Die Hundetrainer arbeiteten mit inaktivierten Proben von Gesichtsmasken von Covid-Patienten. Jetzt wolle das Land seine guten Erfahrungen international teilen, so die Ministerin.

Erste Anfragen gebe es aus Deutschland. Mit Leipzig werde eine Kooperation angestrebt, hieß es. Dort solle die hochgradige Empfindlichkeit der Hunde-Spürnasen auch für das Auffinden eines anderen unter kleinen Kindern grassierenden Virus eingesetzt werden, sagte Oberst Otto Koppitsch.

Ein Einsatz der Hunde sei vor allem in Altenheimen und Kliniken denkbar, hieß es weiter. Ein Erschnüffeln gerade bei kühlen Temperaturen auf offener Straße sei schwierig. Dass Hundenasen feinste Stoffe in der Luft bemerken, ist nicht neu. Sie werden unter anderem zur Suche nach Kampfmitteln, Drogen oder Bargeld eingesetzt.

Vor wenigen Wochen hatte die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit eines Einsatzes von Corona-Spürhunden bei einem Konzert gezogen. Die Hunde hatten erfolgreich nach inaktivierten positiven Schweißproben gesucht.

(dpa)

Gemeindetag und Mediziner sind gegen Reaktivierung von Impfzentren

12:06
02.11.2021
Der baden-württembergische Gemeindetag hält wenig von einer kurzfristigen Reaktivierung von Impfzentren für Corona-Auffrischungsimpfungen. «Das ist nicht die richtige Antwort», sagte Gemeindetags-Präsident Steffen Jäger am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Solange es für sogenannte Booster nur eine klare Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für ältere Menschen ab 70 Jahren gebe, verfehlten Impfzentren ihre Wirkung. «Sie sind für diese Gruppe nicht ideal, weil zum Beispiel die Anfahrtswege zu weit sein können», sagte Jäger. Besser wäre etwa, die Zahl der mobilen Impfteams zu erhöhen. «Wir müssen die Impfungen zu den Menschen bringen und nicht die Menschen zu den Impfungen.»

Bund und Länder hatten vereinbart, die zum Impfstart eingerichteten zeitweise mehr als 400 regionalen Impfzentren zum 30. September zu schließen oder die Kapazitäten zurückzufahren. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) brachte nun ins Gespräch, dass die Länder die Impfzentren wieder startbereit machen, um mehr Impf-Auffrischungen als Schutz im Winter zu ermöglichen. Mehrere Länder reagierten bereits reserviert auf den Vorstoß.

Der Medizinische Leiter des Klinikums Stuttgart, Jan Steffen Jürgensen, sieht ein anderes Erschwernis: «Wir haben kein Problem des Angebots, wir haben ein Problem der Nachfrage», sagte er der dpa. Die Zahl der Impfungen sei in früheren Spitzenzeiten sechsmal so hoch gewesen wie heute. Es sei wichtig, die Booster-Impfungen nicht nur für Ältere freizugeben, sondern für alle Menschen in Deutschland ab zwölf Jahren. «Wenn das käme, hätten wir wieder eine höhere Impfbereitschaft. Aber selbst dann bräuchten wir keine Impfzentren, das könnten wir über bereits bestehende Einrichtungen organisieren», sagte der Professor.

(dpa)

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