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Söder: Niedrige Impfquoten für Corona-Zahlen verantwortlich

08:55
11.11.2021
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) macht die niedrigen Impfquoten im Süden für den rasanten Anstieg der Corona-Infektionen verantwortlich.

Gleichzeitig wies er am Donnerstagmorgen im ARD-Morgenmagazin Vorwürfe zurück, die Politik habe zu spät reagiert. «Es sind nicht die Staaten schuld», sagte der CSU-Chef. «Ein Teil der Menschen verhält sich (...) nach wie vor unvernünftig.» Söder forderte ein bundesweit koordiniertes Vorgehen gegen gefälschte Impfpässe.

In Bayern sind sowohl die Infektions- als auch die Todeszahlen weit überdurchschnittlich, die Staatsregierung hat deswegen für Donnerstag die neuerliche Ausrufung des landesweiten Katastrophenfalls erklärt. Damit kann das Innenministerium unter anderem die Arbeit der Behörden in der medizinischen Versorgung landesweit koordinieren.

Der Landkreis Rottal-Inn lag am Donnerstag laut Robert Koch-Institut mit einer Inzidenz von 1140,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen weiter bundesweit an der Spitze, gefolgt von vier weiteren bayerischen Kommunen. Das RKI meldete am Donnerstagvormittag 71 neue Pandemietote in Bayern, fast ein Drittel der bundesweit berichteten 234 Todesfälle.

Die Impfquote in Bayern ist dagegen die niedrigste in Westdeutschland. Am Mittwoch waren laut Dashboard des Bundes 65,2 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben dagegen Impfquoten von über 70 Prozent.

(dpa)

NRW-Ministerpräsident Wüst gegen Corona-Impfpflicht

07:54
11.11.2021
Trotz der sprunghaft steigenden Corona-Zahlen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gegen eine Impfpflicht ausgesprochen.

 Jeden Tag ließen sich noch mehrere tausend Menschen zum ersten Mal impfen. Das zeige, dass Argumente für das Impfen noch wirkten, sagte Wüst am Donnerstag im Radiosender WDR5. Er teile nicht die Auffassung, dass jede Person, die sich bisher noch nicht habe impfen lassen, ein «massiver Impfverweigerer» sei.

Er wolle diese Gruppe nicht dadurch verschrecken, «dass ich ihnen eine Impfpflicht vor den Latz knalle», sagte Wüst. «Sollen wir die Leute mit der Polizei zum Impfen zwingen?»

Auch eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegepersonal sieht der CDU-Politiker skeptisch. Pflegekräfte seien «in Gold aufzuwiegen», sagte Wüst mit Blick auf den Fachkräftemangel. Pflegepersonal, das sich nicht impfen lassen wolle, sei vielleicht auch an anderen Stellen einsetzbar. Viele Kräfte hätten angesichts der Arbeitsbelastung schon Stunden reduziert. «Wenn wir da noch Leute raustreiben mit einer Impfpflicht, weiß ich nicht, ob wir der Sache dienen», so Wüst. «Ich setze auf Überzeugung.»

Zurück zu einem Lockdown oder Schulschließungen angesichts der zugespitzten Lage will der NRW-Regierungschef «ganz sicher nicht». Darin sei er sich auch mit dem Koalitionspartner FDP einig. Aus der FDP hatte es Kritik an Wüsts Plan gegeben, in NRW eine 2G-Regel im Freizeitbereich einzuführen. Das heißt, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt in bestimmte Bereiche hätten.

(dpa)

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