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20211006103154

Ständige Impfkommission: Grippeschutz in Deutschland zu niedrig

10:11
06.10.2021
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat in der Pandemie vor zu wenig Grippeschutz bei Risikogruppen in Deutschland gewarnt. Bislang lägen die Grippe-Impfquoten auch gemessen an internationalen Empfehlungen zu niedrig, sagte Mertens am Mittwoch. Obwohl es in der vergangenen Grippesaison Verbesserungen gegeben habe, lägen die Influenza-Impfquoten bei Menschen über 60 leider nur bei 30 bis 40 Prozent. «Das ist wirklich zu wenig», sagte Mertens. Denn es könnte nach dem Ausbleiben in der vergangenen Saison nun eine stärkere Grippewelle geben.

Grippeimpfungen werden neben Älteren unter anderem auch chronisch Kranken, Schwangeren, medizinischem Personal, pflegenden Angehörigen und Menschen empfohlen, die beruflich mit viel Publikumsverkehr zu tun haben. Es gebe dabei Hühnerei-basierte und Zellkultur-basierte Impfstoffe sowie einen Lebendimpfstoff, erläuterte Mertens. Das sei eine breite Palette. Bei Totimpfstoffen könne der Grippeschutz auch zeitgleich mit einer Corona-Impfung gegeben werden - dann in den linken und rechten Oberarm. Wie bei Covid-19 gehe es dabei um das Vermeiden von Klinikeinweisungen und Todesfällen.

Für ältere Menschen gebe es zudem Grippeimpfstoffe mit Immunverstärkern und auch einen Hochdosis-Impfstoff, der 60 statt 15 Mikrogramm von jedem Influenzastamm enthalte. «Ältere Menschen reagieren nicht nur schlechter auf Covid-19-Impfungen, sondern auch auf die Influenzaimpfungen», sagte Mertens.

«Beim Impfen geht es nicht nur um Covid 19», betonte er. Auch alle anderen Impfungen müssten gemacht werden, neben dem Grippeschutz etwa auch die Kinderimpfungen. «Impfungen sind eine geniale und sehr bedeutende Errungenschaft der Medizin», sagte Mertens. «Um viele Infektionsprobleme zu lösen, hilft uns am Ende nur eine gute Impfung.»

Im vergangenen Jahr ließen sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über 22 Millionen Bundesbürger gegen Grippe immunisieren. Das waren etwas mehr als in den Vorjahren, als die Zahl bei 15 bis 18 Millionen lag. Zur Verfügung stehen in diesem Jahr laut Spahn 27 Millionen Impfstoffdosen gegen Grippe. Der Verlauf einer Grippesaison lässt sich schwer vorhersehen.

(dpa)

Erstmals mehr als 900 Corona-Tote pro Tag in Russland

09:42
06.10.2021
Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat Russland mehr als 900 Todesfälle innerhalb eines Tages verzeichnet. Der offiziellen Statistik vom Mittwoch zufolge starben 929 Menschen innerhalb eines Tages mit dem Virus.

Seit Tagen verzeichnet das flächenmäßig größte Land mit rund 146 Millionen Einwohnern steigende Todeszahlen. Der Kreml machte dafür die nur schleppend verlaufende Impfkampagne verantwortlich. Nach Angaben der Behörden sind derzeit 42,2 Millionen Menschen komplett geimpft. Das sind knapp 30 Prozent der Bevölkerung.

Zuletzt ist die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich gestiegen - am Mittwoch auf 25 100 innerhalb eines Tages. Die russische Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa schloss am Dienstag der Agentur Interfax zufolge nicht aus, dass die Marke von 30 000 bald überschritten werden könnte. In 67 Regionen gebe es derzeit einen Anstieg der Infektionszahlen. Die Zahl der Erkrankten sei derzeit deutlich höher als noch im Herbst vergangenen Jahres, sagte sie.

Landesweit stehen nach Angaben von Gesundheitsminister Michail Muraschko in Krankenhäusern 235 000 Betten für Corona-Patienten bereit. 212 000 seien derzeit belegt - knapp 90 Prozent.

Russland verfügt mittlerweile über fünf Impfstoffe gegen das Coronavirus. In der Bevölkerung ist aber die Skepsis gegenüber den russischen Vakzinen groß. Die Behörden wollen nun über verstärkte Anreize mehr Menschen zu einer Impfung bewegen.

(dpa)

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