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Krankenhausverband fordert ethische Leitplanken für Corona-Impfung

12:32
04.10.2021
Angesichts von Millionen ungeimpften Menschen in Deutschland fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft die Aufstellung ethischer Leitplanken zur Corona-Impfung. «Es liegt in der politischen Verantwortung der Regierung, hier durch den Ethikrat Leitplanken einziehen zu lassen», sagte der Chef der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag in Berlin. Die Bundesregierung solle dem Ethikrat einen entsprechenden Auftrag erteilen. Eine gute Basis könne die Stellungnahme des Ethikrats zur Masern-Impfpflicht sein.

Der Ethikrat hatte sich 2019 gegen die damals geplante Einführung einer Masern-Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen, aber für eine Impfpflicht für Berufsgruppen in besonderer Verantwortung ausgesprochen. Seit März 2020 ist ein Nachweis einer Immunisierung gegen Masern für Kinder bei der Aufnahme in Kitas und Schulen vorgeschrieben. Für Lehr- und Erziehungskräfte gilt diese Pflicht auch.

Gaß forderte bezüglich der Corona-Impfung «Klarheit, wohin der Weg führt». Damit würde die Akzeptanz einer politischen Entscheidung für oder gegen eine Impfpflicht gestärkt. «In der jetzigen Situation werden sowohl die Arbeitgeber als auch die Beschäftigen mit dieser Frage allein gelassen», kritisierte er. Derzeit sind 68,2 Prozent der Bevölkerung mit mindestens einer Dosis geimpft. 64,7 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte, dass es keine Impfpflicht geben werde. Gerade für bestimmte Berufsgruppen sei eine Impfung aber sehr wohl sehr sinnvoll.

Viele Krankenhäuser berichten seit Wochen von einer Dauerbelastung durch zahlreiche schwere Covid-Fälle, wobei fast nur Ungeimpfte betroffen seien. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte in seinem jüngsten Wochenbericht bekräftigt: «Der bei weitem größte Teil der seit der 5. Kalenderwoche übermittelten COVID-19-Fälle war nicht geimpft.» Nach den Daten der vergangenen vier Wochen schützt eine Impfung bei den 18- bis 59-Jährigen zu 93 Prozent davor, mit Covid ins Krankenhaus zu mü

(dpa)

Kein Schnelltest mehr vor Einreise nach England notwendig

12:08
04.10.2021
Bei der Einreise nach England gibt es für vollständig geimpfte Reisende seit Montag eine Hürde weniger. Anders als bislang ist für sie kein Schnelltest vor der Überquerung der Grenze mehr notwendig, wie aus den Einreiseregeln der britischen Regierung hervorgeht. Allerdings besteht weiterhin die Pflicht, über einen der offiziell zertifizierten Anbieter einen kostenpflichtigen PCR-Test zu buchen, der an Tag Zwei nach der Einreise gemacht werden muss. Dieser kostet üblicherweise mindestens 50 Pfund (umgerechnet rund 58 Euro).

Auch diese Vorgabe soll sich allerdings noch im Laufe des Oktobers ändern: Dann soll ein günstigerer Schnelltest nach der Einreise ausreichen. Kritiker bemängeln, damit verliere Großbritannien die Kontrolle über die Einschleppung gefährlicher Varianten, da Schnelltests nicht sequenziert werden können. Allerdings wird aktuell nur ein Bruchteil der Einreise-PCR-Tests entsprechend untersucht.

Für die meisten geimpften Einreisenden gilt keine Quarantäne-Pflicht mehr. Nur Menschen, die aus Ländern auf der sogenannten roten Liste ankommen, müssen in eine zehntägige, teure Hotel-Quarantäne gehen. Auf dieser Liste stehen derzeit viele afrikanische, südamerikanische und asiatische Staaten.

Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Politik und haben teilweise etwas schärfere Regeln.

(dpa)

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