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20211022091807

Sozialgerichte erwarten Klagen wegen "Long Covid"

06:10
22.10.2021
Die Sozialgerichte in Bayern erwarten eine Corona-Klagewelle - auch wegen der möglichen Spätfolgen einer Infektion.

«Long Covid ist ja ein Begriff. Man kann davon ausgehen, dass deswegen Klagen bei den Sozialgerichten eingehen», sagte der Präsident des Landessozialgerichtes, Günther Kolbe, der Münchner «Abendzeitung». «Das Gleiche gilt für die Rentenversicherung, wenn es um die Erwerbsminderung infolge von Long Covid geht. Diese Angelegenheiten werden uns laufend beschäftigen.»

Bislang seien im Zusammenhang mit Corona schon viele Verfahren anhängig, sagte Kolbe der Zeitung - «und da wird noch mehr erwartet». In vielen Fällen werde Corona als Berufskrankheit anerkannt. Bundesweit seien das bis August 2021 schon 103 000 Fälle. Außerdem sei Corona in 10 000 Fällen als Arbeitsunfall anerkannt worden.

 «Diese Fälle werden uns auch in Zukunft beschäftigen, ob ein Versicherungsfall anerkannt ist oder nicht.»

(dpa)

Neuseeland ändert Corona-Strategie und setzt 90-Prozent-Impfziel

05:42
22.10.2021
Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante einen neuen Fahrplan im Kampf gegen das Virus angekündigt. Lockerungen der Corona-Einschränkungen sollen in Kraft treten, wenn 90 Prozent der Bevölkerung geimpft seien, teilte die Regierung am Freitag mit.

Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte, sie sei anfangs dagegen gewesen, ein Impfziel zu setzen. Niemand solle zurückgelassen werden. «Die Delta-Variante hat es uns sehr schwer gemacht, unsere Strategie des Ausmerzens beizubehalten.

Ihre Tentakel haben unsere Gemeinden erreicht und es schwer gemacht, sie abzuschütteln.» Wenn das Impfziel erreicht sei, werde Neuseeland zu einer Strategie «der Minimierung und des Schutzes» übergehen. Bislang greifen schon beim Auftreten weniger Fälle strikte Beschränkungen wie etwa örtliche Lockdowns.

Nach Erreichen des Impfziels solle ein Ampelsystem eingeführt werden, das sich nach der Zahl der Fälle und der Belastung des Gesundheitssystems richte. Bei Grün beispielsweise dürften dann bestimmte, bislang als Hochrisiko-Geschäfte eingestufte Lokale für vollständig Geimpfte öffnen.

Die Impfungen seien wie eine Rüstung. «Wenn Sie die Dinge tun wollen, die sie lieben, dann müssen sie sich impfen lassen», sagte Ardern. Sie räumte auch ein, dass mit der neuen Strategie mehr Corona-Fälle auftauchen könnten als bisher.

Bis Freitag waren etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern bislang rund 5000 Infektionen verzeichnet.

28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Neuseeland hat lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Ardern hatte aber zuletzt bereits eingestanden, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist.

Am Donnerstag hatte Neuseeland erstmals seit Beginn der Pandemie eine dreistellige Anzahl Corona-Neuinfektionen registriert. Die Behörden meldeten 102 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

(dpa)

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