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Corona-Verschärfungen in Österreich für Ungeimpfte

10:09
08.09.2021
In Österreich wird das Leben für Menschen, die nicht gegen Corona geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, deutlich unbequemer. Die Regierung hat am Mittwoch angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen einen Stufenplan beschlossen, der bei starker Belastung der Kliniken den Zugang zu Veranstaltungen und in Gaststätten nur noch mit PCR-Tests oder Impfung ermöglicht. In einer ersten Phase ab 15. September müssen ungeimpfte Menschen unter anderem beim Einkaufen wieder eine FFP2-Maske tragen, für Geimpfte gilt eine dringende Empfehlung. Außerdem wird die Gültigkeitsdauer von Corona-Antigentests von 48 auf 24 Stunden verringert.

«Die Impfung ist die Antwort und nicht der Lockdown», beschrieb Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) den Kurs. Vorbild sei Dänemark, wo es dank einer Impfrate von 86 Prozent keinerlei Einschränkungen mehr gebe. Die Regeln sollen unter anderem den für Österreich so wichtigen Wintertourismus vor Schaden bewahren. «Die kommende Wintersaison wird stattfinden», sagte Tirols Landeschef Günther Platter (ÖVP).

Binnen 24 Stunden wurden am Mittwoch in Österreich mit seinen rund neun Millionen Einwohnern 2268 weitere Infektionen gezählt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei rund 130. Auch müssen immer mehr Patienten in den Krankenhäusern betreut werden.

(dpa)

Lehrerverbände befürchten wegen vierter Corona-Welle Fernunterricht

09:46
08.09.2021
Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft rechnet damit, dass wegen mangelnder Corona-Schutzmaßnahmen im Herbst wieder Schulen schließen müssen. «Meine Befürchtung ist, dass wir im Herbst wieder über Fernunterricht reden werden», sagte GEW-Landeschefin Monika Stein am Mittwoch in Stuttgart. Die Verantwortung dafür liege bei Bund, Land und Kommunen, die nicht genügend in Schutzmaßnahmen investiert hätten. «Alle drei haben zu wenig dafür getan, Schulen so sicher wie möglich zu machen.»

Auch der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbands im Land, Thomas Speck, sagte: «Meiner Meinung nach ist der Präsenzunterricht gefährdet.» Beide kritisierten, dass es noch immer kaum Luftfilter in den Schulen gebe.

Stein bekräftigte ihre Forderung, alle Klassenzimmer mit Luftreinigungsgeräten auszustatten. «Ein Lockdown würde sich dadurch vermeiden lassen.» Das Land und die Kommunen müssten hier viel schneller handeln. «Ich bin mehr als sauer an dieser Stelle.» Sie sprach sich gegen die Pläne von Bund und Ländern aus, die Lehrkräfte zu einer Impfauskunft zu verpflichten. «Wir halten da nichts davon», erklärte die Gewerkschaftschefin. «Wir wollen nicht, dass sensible Gesundheitsdaten abgefragt werden.» Speck sieht das ähnlich: «Eine Auskunftspflicht bringt nichts, weil wir die Lehrkräfte nicht aus dem Unterricht herausnehmen können.» Dafür sei das Personal viel zu knapp.

Beide Verbände dringen auf regelmäßige Lolli-PCR-Tests in den Schulen. Dieses Tests seien sicherer als die zwei wöchentlich geplanten Antigen-Schnelltests. Wenn die grün-schwarze Regierung dies aus finanziellen Gründen verweigere, sei das «beschämend», sagte Stein. Bleibe die Landesregierung bei ihrem Plan, bei einem Corona-Fall alle anderen Schülerinnen und Schüler fünf Tage lang zu testen, müsse auch dies mit PCR-Tests geschehen. Die grün-schwarze Regierung überprüft derzeit, ob bei einem Corona-Fall in einer Klasse nicht doch auch wieder direkte Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.

(dpa/lsw)

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