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20210906134131

Corona-Impfungen in einem Drittel der Unternehmen mit Betriebsärzten

13:39
06.09.2021
Etwa jedes dritte Unternehmen in Deutschland mit Betriebsärztinnen und Betriebsärzten bietet seinen Beschäftigten Impfungen gegen das Coronavirus an. 4 Prozent planen noch, dies zu tun, wie eine repräsentative Befragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zwischen dem 2. und 17. August ergeben hat. Damit stieg der Anteil der Betriebe mit Impfangebot im Vergleich zur letzten Befragung im Juni um 4 Prozent.

«Dieser auf den ersten Blick geringe Anstieg ergibt sich unter anderem aus der hohen Zahl an Beschäftigten, die in der Zwischenzeit bereits geimpft wurden», erläuterte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger am Montag. 98 Prozent der Betriebe ohne Impfangebot geben demnach als Grund dafür an, dass bereits eine große Zahl der Beschäftigten geimpft sei.

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit befragt seit August 2020 regelmäßig 1500 bis 2000 Betriebe der Privatwirtschaft zu den Folgen der Corona-Pandemie.

Nach der aktuellen Befragung bieten rund 60 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten Impfungen durch Betriebsärztinnen und -ärzte an, aber nur jeder vierte Kleinstbetrieb mit bis zu 9 Beschäftigten und jeder dritte Betrieb mit 10 bis 49 Beschäftigten. Der Grund dafür ist nach IAB-Angaben, dass kleinere Unternehmen oft keine festen Betriebsärztinnen oder -ärzte haben.

Besonders wenige Impfungen gibt es aktuell im Baugewerbe sowie im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen. «Das liegt vor allem daran, dass Beschäftigte in systemrelevanten Berufen, zu denen auch das Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen gehört, frühzeitig ein Impfangebot erhielten», sagte Fitzenberger. Überdurchschnittlich viele betriebliche Impfangebote gibt es dagegen im Bereich Verkehr und Lagerei.

(dpa)

Eindringlicher Impfaufruf von Kinderärzten an ungeimpfte Erwachsene

13:39
06.09.2021
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat erwachsene Bundesbürger in einem eindringlichen Appell zu Impfungen gegen Covid-19 aufgefordert. «Wir sind diejenigen, die die Kinder schützen müssen und nicht umgekehrt», sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch am Montag. Bevor es um Impfungen für Kinder gehe, seien Erwachsene in der Verantwortung. Man könne Kinder nicht dazu zwingen, sich ununterbrochen für das Wohl ungeimpfter Erwachsener einzusetzen.

«Es kann jetzt nicht sein, dass wir Erwachsenen alle Freiheiten für uns beanspruchen und glauben, dass die Kinder uns wieder retten», ergänzte er. «Das muss man auch mal ganz klar sagen, dass das eine Verpflichtung von uns Erwachsenen ist. Man denke nur an die EM-Spiele. Wie viele Tausende von Infektionen die generiert haben. Und alle wussten es vorher. Das war mit Ansage.» Er halte dieses Verhalten für extrem unsolidarisch, kritisierte Dötsch.

Es seien die Kinder gewesen, die Erwachsene mit geschützt hätten, als es noch keinen Impfstoff gab. Schulschließungen hätten in den ersten drei Pandemiewellen mit dazu beigetragen, dass es unter Erwachsenen weniger schwere Verläufe gegeben habe. «Wir fordern ganz klar: Bevor noch einmal eine Schule geschlossen wird, müssen auch alle anderen Bereiche des öffentlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens geschlossen werden», sagte Dötsch.

Impfungen für Kinder unter 12 Jahren sind noch nicht zugelassen. Daten dafür werden von Ende September bis Ende Oktober erwartet. Sollten Impfstoffe für Kinder in Europa zugelassen werden, wäre die Ständige Impfstoffkommission für eine Empfehlung gefragt. Viele Experten rechnen damit erst im kommenden Jahr. Die Kommission selbst will darüber nicht spekulieren, so lange keine Zulassung vorliegt.

(dpa)

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