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Italiens Staatschef lobt EU für Vorgehen in der Coronakrise

11:12
04.09.2021
Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella hat die EU für ihr Vorgehen in der Corona-Krise gelobt. «Die Europäische Union hat im Kampf gegen die Pandemie und die wirtschaftlichen wie sozialen Folgen gezeigt, dass sie effizient und schnell reagieren kann», schrieb der 80-Jährige am Samstag in einem Grußwort an die Teilnehmer einer dreitägigen, internationalen Konferenz am Comer See. Die EU habe sowohl bei den Impfkampagnen gegen das Virus als auch den sozialen Maßnahmen und den wirtschaftlichen Hilfen gezeigt, dass sie als kontinentale Gemeinschaft erfolgreich sei, meinte Mattarella.

Das Staatsoberhaupt zog damit ein anderes Fazit als viele Kritiker des Vorgehens der Staatengemeinschaft in den vergangenen Monaten. Selbst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte im Februar etliche Fehler eingeräumt, etwa bei der Organisation des Impfstoffs. Zudem hatte es etwa in den Phasen der Lockdowns ein teils uneinheitliches Vorgehen der Staaten, beispielsweise bei den Grenzkontrollen, gegeben, das sogar die EU selbst anprangerte.

Mattarella findet dagegen: «Die europäische Integration erlaubte uns, auf dem internationalen Parkett wirtschaftlich eine kritische Masse auszuspielen, von der alle europäischen Völker profitieren.»

Zugleich forderte der Politiker aber, dass sich Europa stärker einsetzt für den Frieden, den Fortschritt, die Sicherheit und die Stabilität auf der Welt. Eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sei deshalb nötig. «In diesen Bereichen hat sich die EU bis jetzt zu schüchtern verhalten», so Mattarella.

(dpa)

Spahn: Müssen Impfquote unbedingt steigern

10:24
04.09.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf Herbst und Winter erneut eindringlich zu mehr Corona-Impfungen aufgerufen. «Die Impfquote ist noch zu niedrig, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern», sagte der CDU-Politiker der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Samstag). Die Infektionszahlen bei Ungeimpften seien mehr als zehn Mal höher als bei Geimpften, 90 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstationen seien ungeimpft.

Den «harten Kern» der Impfgegner-Szene könne man nicht überzeugen, machte Spahn deutlich. «Ihre Ablehnung hat schon fast religiös-fanatischen Charakter.» Es gebe aber «Impfmuffel und Zweifler», denen manchmal die Gelegenheit und manchmal ein Argument fehle. «Mit ihnen müssen wir im Gespräch bleiben.» Der Minister betonte: «Wir müssen die Impfquote steigern, unbedingt.» Eine Impfpflicht lehnte er aber erneut ab. «Das wäre ein Schritt zu viel. Denn dann würden wir nicht mehr über den Sinn des Impfens diskutieren. Dann gäbe es nur noch totale Konfrontation: Impfgegner gegen Impfbefürworter. Genau das möchte ich vermeiden.»

Spahn warb dafür, nicht immer nur über die Ungeimpften zu sprechen. «Wir müssen auch über die viel größere Zahl von Menschen sprechen, die die Mühen einer Impfung in Kauf genommen haben, um sich und andere zu schützen.»

(dpa)

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