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Corona-Leugner stürmten slowenisches Staatsfernsehen

10:23
04.09.2021
Eine Gruppe von Corona-Leugnern und Impfgegnern ist am späten Freitagabend in das Gebäude des slowenischen Staatsfernsehens RTVS eingedrungen. Sie verlangten, dass der Sender ihre Meinung zu diesem Thema darstelle. Die Polizei beendete den Angriff umgehend und nahm 20 Eindringlinge im Nachrichtenstudio des Senders fest. wie die slowenische Nachrichtenagentur STA am Samstag berichtete.

«Dies ist ein inakzeptabler Angriff auf die Medien, den Journalismus und die Demokratie«, sagte die Nachrichtenredakteurin des Senders, Manica Janezic Ambrozic. Sloweniens Journalistenverband DNS erklärte, der Vorfall sei nur «die Spitze des Eisbergs» in der «Hasskampagne», die die Regierung von Ministerpräsident Janez Jansa gegen die Medien führe.

Jansa verurteilte den Vorfall. Er schrieb am Samstag bei Twitter: «Dies ist Gewalt gegen die Freiheit.» Alles müsse getan werden «um jede Art willkürlicher und gewaltsamer Aneignung des öffentlichen Raums (...) sowie Drohungen zu verurteilen und zu bestrafen».

Der Fernsehintendant Andrej Grah Whatmough bezeichnete den Vorfall als «schlimmen Angriff auf unser Medienunternehmen» und kündigte erhöhte Sicherheitsmaßnahmen an.

Die Corona-Leugner protestieren seit vier Monaten immer wieder vor dem Fernsehgebäude und belästigen dort dessen Angestellte. Das Problem sei, dass das Gelände vor dem Fernsehgebäude öffentlicher Grund und Boden sei, so dass die Protestierer berechtigt seien, sich dort zu versammeln, sagte Whatmough weiter.

Hinter dem Vorfall stehe eine Bewegung, die vom früheren Armeeoffizier Ladislav Troha geleitet werde, einem Veteranen des slowenischen Unabhägigkeitskriegs von 1991, berichtete STA weiter.

In Slowenien betrug die Inzidenz der Corona-Neuansteckungen in den letzten 14 Tagen 257,3 pro 100 000 Einwohner. 50,8 Prozent der Slowenen haben den vollen Impfschutz.

(dpa)

Wieder Corona-Fall in der Formel 1: Kubica vertritt Räikkönen

09:34
04.09.2021
Eine Corona-Infektion bei Formel-1-Rekordfahrer Kimi Räikkönen bringt Robert Kubica seinen ersten Renn-Einsatz seit fast zwei Jahren. Der Pole ersetzt den finnischen Ex-Weltmeister im Alfa Romeo für den Rest des Grand-Prix-Wochenendes in Zandvoort, wie das Team am Samstagmorgen mitteilte. Der Weltverband genehmigte den Tausch. Zuvor war bei Räikkönen im Zuge der regelmäßigen Corona-Tests eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden. Der 41-Jährige verpasst daher den WM-Lauf in den Niederlanden und droht auch für den Großen Preis von Italien in Monza in einer Woche auszufallen.

Räikkönen zeige keine Symptome und sei «in guter Stimmung», hieß es. Der Finne habe sich in seinem Hotel in die Selbstisolation begeben. Weitere Teammitglieder seien nicht betroffen. Allerdings muss der BBC zufolge Williams-Teamchef Jost Capito vorerst in Quarantäne, weil er am Freitagabend gemeinsam mit Räikkönen gegessen habe.

Der Weltmeister von 2007 ist bereits der siebte Formel-1-Pilot, der sich mit Corona infiziert hat. Sergio Perez, Lance Stroll und Lewis Hamilton verpassten in der Vorsaison ebenfalls Renn-Einsätze. Zudem waren Lando Norris, Charles Leclerc und Pierre Gasly betroffen. Auch eine Reihe von Spitzenfunktionären wie Mercedes-Teamchef Toto Wolff, Aston-Martin-Eigentümer Lawrence Stroll und Räikkönens Teamchef Frederic Vasseur wurde in den vergangenen Monaten positiv getestet.

Räikkönen hatte am Mittwochabend seinen Abschied zum Saisonende verkündet. Der Ex-Champion hat mehr Formel-1-Rennen bestritten als jeder andere Pilot, am Jahresende könnten es mehr als 350 Grand Prix sein.

Sein Vertreter Kubica ist seit der Vorsaison Ersatzpilot bei Alfa und kam in diesem Jahr bereits dreimal im Training zum Einsatz. Zuvor war er für den Williams-Rennstall gefahren. Der 36-Jährige galt zu Beginn seiner Formel-1-Karriere als herausragendes Talent, verunglückte aber 2011 bei einem privaten Rallye-Einsatz schwer. Trotz bleibender Schäden an seiner rechten Hand kämpfte er sich zurück in den Motorsport und sogar bis in die Königsklasse. Er hat bislang 97 Grand Prix in der Formel 1 bestritten.

(dpa)

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