Letztes Update:
20210913134930

Mehr Todesfälle als Geburten in Tschechien im ersten Halbjahr

12:38
13.09.2021
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 sind in Tschechien deutlich mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Wie die Statistikbehörde CSU am Montag mitteilte, gab es in diesem Zeitraum rund 76 300 Todesfälle - das waren um 33 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2020. Zugleich wurden rund 55 000 Lebendgeburten verzeichnet.

Ein Grund für die Übersterblichkeit dürfte die Corona-Pandemie sein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im ersten Halbjahr 2021 mehr als 18 110 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Nur aufgrund der Zuwanderung hielt sich die Bevölkerungszahl des Landes über der 10,7-Millionen-Marke. Wichtigstes Herkunftsland war die Ukraine mit mehr als 13 000 Einwanderern, gefolgt von der Slowakei und Belarus.

Die Corona-Lage in Tschechien bleibt derzeit relativ stabil. Nach aktuellen Zahlen steckten sich innerhalb von sieben Tagen 24 Menschen je 100 000 Einwohner an. «Aus meiner persönlichen Sicht gibt es in diesem Moment keinerlei Grund für Panik oder Angstmache», sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist inzwischen vollständig geimpft.

(dpa)

London kündigt Vertrag mit Impfstoffentwickler Valneva

12:15
13.09.2021
Gut ein halbes Jahr nach einem gefeierten Abschluss mit dem Corona-Impfstoffentwickler Valneva hat die britische Regierung den Vertrag über die Lieferung von 100 Millionen Dosen gekündigt. Das französische Unternehmen teilte am Montag mit, es weise den Vorwurf angeblicher Vertragsverletzungen energisch zurück. Ein Regierungssprecher wollte sich zu Details nicht äußern. Er betonte, die Kündigung werde sich weder auf das britische Impfprogramm noch auf geplante Auffrischungsimpfungen auswirken, die demnächst beginnen sollen.

Am 1. Februar hatte die Regierung mitgeteilt, sie habe 40 Millionen weitere Dosen - und damit insgesamt 100 Millionen - des Impfstoffs VLA2001 bestellt. Premierminister Boris Johnson zeigte sich begeistert und besuchte einen Valneva-Standort in Schottland, wo das Mittel produziert werden sollte. Laut Unternehmensangaben befindet sich der Impfstoff derzeit in Phase-3-Studien. Ergebnisse würden im vierten Quartal erwartet, eine erste Zulassung sei noch 2021 möglich. «Valneva hat unermüdlich und nach besten Kräften mit der britischen Regierung zusammengearbeitet sowie erhebliche Ressourcen und Anstrengungen aufgebracht, um auf die Anforderung von variantenbasierten Impfstoffen zu reagieren.»

Insgesamt hatte Großbritannien mehrere Hundert Millionen Dosen verschiedener Impfstoffe bestellt. Bei zwei Dosen pro Person, wie sie bei den meisten Vakzinen benötigt werden, könnte damit die gesamte Bevölkerung des Landes mehrmals durchgeimpft werden.

(dpa)

Erstmals Corona-Stäbchentests bei Orang-Utans in Malaysia

10:58
13.09.2021
30 Orang-Utans haben sich in Malaysia Corona-Abstrichen über die Nase unterziehen müssen. Sehr zur Freude ihrer Pfleger kamen alle Tests mit negativem Ergebnis zurück. Den Gesichtern der Menschenaffen war aber abzulesen, dass sie den Stäbchentest als ebenso unangenehm empfinden wie die Menschen. Es war das erste Mal, dass Orang-Utans in dem südostasiatischen Land auf das Virus getestet wurden.

«Einige der Tierpfleger waren positiv getestet worden, also wollten wir kein Risiko eingehen», sagte Sen Nathan, stellvertretender Direktor des Sabah Wildlife Department auf der Insel Borneo, das vergangene Woche die Tests an den vom Aussterben bedrohten Primaten durchgeführt hat. «Zum Glück gab es bei den Orang-Utans keine Anzeichen und Symptome.» Die Tiere leben in einem Naturpark und Rehabilitationszentrum im Bundesstaat Sabah.

Die Affen mit dem orangebraunen Fell leiden besonders unter dem Verlust ihres natürlichen Lebensraumes. Der Dschungel auf Borneo wird immer weiter gerodet, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen. Borneo-Orang-Utans (Pongo pygmaeus) werden auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als «vom Aussterben bedroht» geführt.

Schon länger ist bekannt, dass Menschenaffen - darunter auch Gorillas und Schimpansen - für das Coronavirus empfänglich sind. Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass sich im Zoo von Atlanta in den USA offenbar mehrere Flachland-Gorillas infiziert haben. Auch für die Orang-Utans werde es in Zukunft weitere Tests geben, sagte Nathan.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden