Letztes Update:
20210816141433

Bundesregierung erwägt Evakuierung von Ortskräften

13:45
16.08.2021
Die Bundesregierung erwägt laut Vize-Kanzler Olaf Scholz über sogenannte Ortskräfte hinaus weitere Personen aus Afghanistan zu evakuieren. Als Beispiele nennt er Zivilisten, die mit Medien zusammengearbeitet hätten. Die genaue Zahl werde momentan ermittelt. "Es geht also um konkrete Namen plus Familien."

Reuters

Laschet erklärt Afghanistaneinsatz für gescheitert

13:10
16.08.2021
CDU-Chef Armin Laschet hat den internationalen Militäreinsatz in Afghanistan rückblickend für gescheitert erklärt. "Es ist das größte Debakel, das die Nato seit ihrer Gründung erleidet", sagte Laschet am Montag in Berlin. "Es ist eine politische und humanitäre Katastrophe." Laschet sprach mit Blick auf die Ereignisse in Afghanistan von einem "Epochenwechsel, vor dem wir stehen".
Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan stelle auch der europäischen Außenpolitik ein schlechtes Zeugnis aus: "Wir sehen: Die Handlungsfähigkeit Europas ist nicht gegeben ohne die Vereinigten Staaten an unserer Seite", sagte Laschet. Der Abzug der USA aus Afghanistan habe zu der aktuellen Situation geführt.
Die Europäische Union sei nun dringend gefordert, Afghanistans Nachbarländern bei dem erwarteten Zuzug afghanischer Flüchtlinge zu helfen. "Wir dürfen die Fehler von 2015 nicht wiederholen", sagte Laschet mit Blick auf die damaligen Flüchtlingsbewegungen aus Syrien nach Europa.
Europa müsse nun mit Blick auf Afghanistan "seine Verantwortung wahrnehmen" und dürfe dabei "keine Kosten scheuen, diese Hilfe vor Ort zu leisten". Es gebe jetzt "noch alle Chancen", ein Migrationsszenario wie 2015 zu vermeiden, sagte der CDU-Chef.
Zudem mahnte Laschet rasche und engagierte Hilfe für die Ortskräfte in Afghanistan an. "Der Westen hat jetzt vor Ort die moralische Verpflichtung, denjenigen zu helfen, die uns geholfen haben und sich für ein freies Afghanistan eingesetzt haben." Er forderte, die Luftbrücke der Bundeswehr "so lange wie möglich aufrecht zu erhalten". Die Betroffenen seien "akut mit dem Tod bedroht und haben den Schutz der internationalen Gemeinschaft verdient".

AFP

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