Das von den Grünen geplante Sofortprogramm für mehr Klimaschutz nach der Bundestagswahl dürfte einer Studie zufolge schnell zu hohen Kosten führen. Die genauen Belastungen seien zwar nicht zu beziffern, weil viele Maßnahmen unspezifisch blieben. "Es kann aber schnell sehr viel werden", sagte Manuel Frondel vom RWI Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung, der die Studie im Auftrag des Verbands der Familienunternehmer erstellt hat. Alleine die Förderung von zwei Millionen Wärmepumpen bis 2025 - als Alternativen zu klimaschädlichen Ölheizungen - könne bis zu 60 Milliarden Euro kosten, sagte er am Mittwoch.
Die Grünen-Führung hatte Anfang August ihr Sofortprogramm vorgestellt - inklusive eines eigenen Klimaschutzministeriums mit Veto-Recht gegenüber anderen Ministerien. Frondel sagte, das sei kritisch zu sehen, beschneide unter anderem die Hoheit des Finanzministeriums. "Da gäbe es sehr viel Konfliktpotenzial." Die Grünen müssten stärker über die deutschen Grenzen hinaus denken, nationale Maßnahmen reichten nicht aus. "Wir brauchen internationale Kooperationen." Ein einheitlicher CO2-Preis sei entscheidend, am besten auf globaler Ebene, mindestens aber auf Ebene der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20).