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Divi-Vorstand Kluge fordert Impfanreize - Unentschlossene überzeugen

08:45
09.08.2021
Das Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Stefan Kluge, hat angesichts steigender Zahlen Impfanreize gefordert. «Wir sehen das jetzt schon: Weltweit sind die Ungeimpften die größte Gruppe auf den Intensivstationen. Die Impfung ist der goldene Ausweg», sagte Kluge am Montag im Sender NDR Info.

Der Leiter der Intensivmedizin am UKE Hamburg erwartet von den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag neben Impfanreizen auch neue Kriterien zum Abbilden der Infektionslage. Die 7-Tage Inzidenz als Richtwert sollte bestehen bleiben, sagte Kluge auf NDR Info weiter. Aber der Wert müsse hochgesetzt werden. «Wir können nicht mehr bei 50 irgendwelche Maßnahmen ergreifen. Und die Auslastung der Intensivstationen sollte eine Rolle spielen.» Es würden zwar auch noch andere Kriterien diskutiert. «Aber ich glaube, wir brauchen einfache Parameter, die für die Bevölkerung transparent und nachvollziehbar sind.»

Kluge erklärte weiter, die Lage sei nicht mehr so dramatisch wie Anfang des Jahres, weil viele Risikogruppen mittlerweile geimpft seien. Momentan sei der Anteil von Patienten, die auf Intensivstationen behandelt würden, ziemlich gering. «Noch ist das gut zu managen. In England und Frankreich sind es aber schon vier bis fünfmal so viele.» Kluge geht davon aus, dass es im Herbst auch in Deutschland deutlich mehr Neuinfektionen geben wird - durch Reiserückkehrer, Schulbetrieb und anderes Wetter. Darauf müsse sich die Politik vorbereiten, zum Beispiel mit Impfanreizen und mehr mobilen Teams. «Wir müssen jetzt die 10 bis 30 Prozent überzeugen, die noch unentschlossen sind.»

(dpa)

Cyberkriminelle locken Opfer mit Anzeigen für gefälschte Impfausweise

08:43
09.08.2021
Online-Betrüger versuchen insbesondere Anwender aus Deutschland mit dubiosen Angeboten rund um das Thema Covid-19 in die Falle zu locken. Das hat eine anonyme Auswertung von Daten des Sicherheitsunternehmens Kaspersky ergeben. Zu den häufigsten von Cyberkriminellen verwendeten Methoden, Nutzer zur Datenpreisgabe zu verführen, gehören gefälschte Zahlungsangebote und vergünstigte Covid-19-Tests, teilte das Unternehmen am Montag mit. Seit einiger Zeit seien zudem Anzeigen für gefälschte QR-Codes und Impfausweise für Restaurants und Veranstaltungen populär.

Kaspersky hat für seine Studie im Zeitraum von März 2020 bis Juli weltweit über eine Million Versuche ausgewertet, Pandemie-bezogene Phishing-Webseiten zu besuchen, die von dem Cybersicherheitsanbieter entdeckt wurden. In diesem Zusammenhang seien 300 Webseiten in Europa blockiert worden. «Die meisten Versuche stammten aus Deutschland: ein Drittel der blockierten Webseiten wurde versucht von hier aus aufzurufen.»

«Bei den meisten Betrugsfällen im Zusammenhang mit der Pandemie haben es Cyberkriminelle auf Nutzerdaten abgesehen», erklärte Alexey Marchenko, Head of Content Filtering Methods Research bei Kaspersky. Hierfür nutzten die Angreifer häufig das sogenannte Phishing-Verfahren: «Ein Nutzer folgt einem Link aus einer Anzeige oder E-Mail und gelangt auf eine Seite, auf der er aufgefordert wird, persönliche Daten oder Bankkartendaten einzugeben. Sobald sie diese Informationen haben, können Angreifer damit Geld von den Konten stehlen.»

Wenn Nutzer auf eine Nachricht im Zusammenhang mit der Pandemie treffen, sollten sie immer überprüfen, ob die Informationen aus einer offiziellen Quelle stammen, sagte Marchenko. Außerdem sollten Anwenderinnen und Anwender ihre personenbezogenen Daten niemals auf verdächtigen Webseiten preisgeben.

(dpa)

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