Letztes Update:
20210821151956

Bayerns FDP-Chef begrüßt Söders Abrücken vom Inzidenzwert

11:17
21.08.2021
Der bayerische FDP-Chef Daniel Föst hat die angekündigte Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab der Corona-Politik im Freistaat begrüßt. «Söder bewegt sich endlich», sagte Föst am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Nun sei die Frage, wie lange Corona-Einschränkungen noch aufrecht erhalten werden müssten. «Für uns Freie Demokraten ist der Zeitpunkt gekommen, zur Normalität zurück zu kehren», meinte der Bundestagsabgeordnete.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor der «Mediengruppe Münchner Merkur tz» (Samstag) gesagt, dass künftig eher eine Art Krankenhaus-Ampel, die die Situation in den Kliniken spiegelt, als Maßstab gelten soll. Darüber hinaus soll das baden-württembergische Modell als Vorbild für Bayern dienen. «Das heißt: 3G - getestet, geimpft und genesen - gilt künftig unabhängig von der Inzidenz», sagte Söder.

In Baden-Württemberg genießen Geimpfte und Genesene seit dem 16. August unabhängig von lokalen oder regionalen Corona-Inzidenzen in vielen Bereichen wieder größere Freiheiten. Hingegen müssen Ungeimpfte wesentlich häufiger als bisher negative Antigen-Schnelltests vorweisen, die jeweils nicht älter als 24 Stunden sein dürfen. Auch andere Bundesländer wollen künftig die Inzidenz nicht mehr allein als Entscheidungsgrundlage nehmen.

(dpa)

Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Australien

11:16
21.08.2021
Tausende Menschen haben in Australien gegen strengere Corona-Einschränkungen demonstriert. Dabei kam es in Städten wie Melbourne, Brisbane und Sydney zu hunderten Festnahmen, wie die Nachrichtenagentur AAP meldete. Beamte nahmen allein in Melbourne bis zum Samstagnachmittag (Ortszeit) 218 der etwa 4000 Demonstranten - die meisten ohne Schutzmaske - fest und verhängten 236 Strafgelder von je 5452 australischen Dollar (etwa 3330 Euro). Polizisten setzten auch Pfefferspray ein. Sechs Beamte hätten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden müssen.

Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, hatte am Samstag erklärt, angesichts der steigenden Infektionszahlen den für Melbourne geltende Lockdown auf den gesamten Bundesstaat auszudehnen. Viele Menschen seien der Beschränkungen müde, schrieben lokale Medien wie das Nachrichtenportal news.com.

In Sydney, Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundesstaates New South Wales, waren Medien zufolge mehr als 1500 Beamte im Einsatz, um nicht genehmigte Proteste zu verhindern oder aufzulösen. In New South Wales erreichten die Neuinfektionen trotz eines zweimonatigen Lockdowns einen neuen Höchstwert. Für Freitag wurden 825 neue Fälle gemeldet, die örtlich übertragen worden waren sowie sieben aus Übersee eingeschleppte, wie das Gesundheitsministerium auf Twitter mitteilte.

Die dortige Regierungschefin Gladys Berejiklian hatte bereits am Freitag angekündigt, den für den Großraum Sydney geltenden Lockdown bis Ende September zu verlängern. Zudem verhängte sie weitere Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19. Von Montag an sollen die Menschen eine Maske tragen, sobald sie ihr Haus verlassen, es sei denn, sie trieben Sport. In besonders betroffenen Regionen werde Sport im Freien jedoch auf eine Stunde am Tag begrenzt. Darüber hinaus werde hier eine Ausgangssperre zwischen 21.00 und 5.00 Uhr gelten.

Das 25 Millionen Einwohner zählende Land hatte die Pandemie über einen langen Zeitraum mit strikten Maßnahmen erfolgreich bekämpfen können. Dazu gehörte auch, die internationale Grenze mit wenigen Ausnahmen seit März 2020 geschlossen zu halten. Doch eine langsam anlaufende Impfkampagne und die besonders schnell übertragbare Delta-Variante des Coronavirus haben dazu geführt, dass ein Großteil der Bevölkerung sich nun wieder im Lockdown befindet. Mehr als 970 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, mehr als 42 000 Menschen infizierten sich landesweit.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden