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Reisemobile in der Corona-Pandemie immer beliebter

10:02
18.08.2021
Reisemobile und Caravans sind in Deutschland angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie so gefragt wie noch nie. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden rund 75 000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) am Mittwoch in Düsseldorf berichtete. Die Verkaufszahlen hätten damit eine Rekordhöhe erreicht und das hohe Vorjahresniveau noch einmal um 6 Prozent übertroffen. Die Begeisterung deutscher Urlauber für Caravaning sei auch 2021 ungebrochen, betonte CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Allerdings bekam der Höhenflug der Branche im Juli einen Dämpfer. Nach den Verkaufsrekorden der vergangenen Monate lag die Zahl der neuzugelassenen Freizeitfahrzeuge im Juli mit 12 188 erstmals wieder um knapp 25 Prozent unter dem Niveau im Juli 2020. Dies liege zum einen am extrem hohen Juli-Wert des Vorjahres, in dem es im Sommer nach dem ersten Lockdown einen starken Nachholeffekt gegeben habe und die Zulassungen um mehr als 85 Prozent in die Höhe geschossen seien, sagte Onggowinarso.

Zum anderen kämpfe die Branche aktuell mit Lieferschwierigkeiten. «Viele Komponenten und Rohstoffe sind aufgrund der Pandemie und stockender Lieferketten aktuell kaum verfügbar, so dass wir die weiterhin sehr hohe Nachfrage teilweise nicht bedienen können», erklärte der Branchensprecher. Insbesondere bei den Caravan-Herstellern stünden hunderte Fahrzeuge auf Lager, die praktisch fertig produziert seien, aber nicht ausgeliefert werden könnten, da ein bestimmtes Teil fehle.

Zusätzliche Impulse erwarten die Reisemobil- und Caravan-Hersteller von der weltgrößten Branchenmesse, dem Caravan Salon in Düsseldorf, der am 28. August seine Tore für das breite Publikum öffnet. Dort präsentieren 645 Aussteller ihre Neuheiten. Wegen der Corona-Pandemie ist die Besucherzahl allerdings auf maximal 20 000 pro Tag begrenzt.

(dpa)

Lockerungen der Corona-Beschränkungen helfen Gastgewerbe

10:00
18.08.2021
Die schrittweisen Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte von Hoteliers und Gastwirten im Juni angekurbelt. Trotz eines kräftigen Umsatzsprunges gegenüber dem Vormonat ist die Branche aber noch weit entfernt vom Vorkrisenniveau. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verbuchte das Gastgewerbe im Juni sowohl preisbereinigt (plus 61,7 Prozent) als auch nominal (plus 63,9 Prozent) deutlich mehr Umsatz als im Mai des laufenden Jahres. Die Erlöse lagen allerdings preisbereinigt noch 40,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2020 und 0,8 Prozent unter dem Niveau von Juni 2020.

Im ersten Halbjahr hinkt die Branche insgesamt deutlich hinterher, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht. Von Januar bis einschließlich Juni 2021 waren die Umsätze real um 38,0 Prozent niedriger als in den ersten sechs Monate 2020, nominal beträgt das Minus 35,6 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass zu Jahresbeginn 2020 vor Ausbruch der Corona-Pandemie Hotels und Gaststätten noch fast drei Monate lang uneingeschränkt geöffnet waren.

Besonders kräftig profitierten Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Sie konnten ihren realen Umsatz im Juni gegenüber Mai 2021 mehr als verdoppeln (plus 114,0 Prozent). Er unterschritt dennoch um 49,6 Prozent das Vorkrisenniveau. Das Verbot touristischer Übernachtungen war ab Mai je nach Corona-Lage in den Bundesländern schrittweise aufgehoben worden.

In der Gastronomie stieg der Umsatz im Vormonatsvergleich real um 44,7 Prozent, er lag damit immer noch 35,9 Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

Nach monatelangen Lockdowns machen dem Gastgewerbe nun auch fehlende Fachkräfte zu schaffen. «Grob gesagt haben uns 85 Prozent der Beschäftigten in der Pandemie die Treue gehalten, und 15 Prozent haben sich nach Jobs in anderen Bereichen umgesehen», sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, jüngst der Deutschen Presse-Agentur.

Konkret habe das Gastgewerbe im Mai 2021 rund 162 000 sozialversicherungspflichtige Jobs weniger gezählt als im Mai 2019 vor der Krise. Darunter fielen Köche, Kellner und Hotelfachleute. Angesichts geschlossener Restaurants und Hotels, Kurzarbeit und der Unsicherheit über die Pandemie hätten sich Einige im Einzelhandel oder in der Logistik nach Alternativen umgesehen oder seien gezielt abgeworben worden, sagte Hartges.

(dpa)

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