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Iran steht wegen Delta-Variante vor erneutem Corona-Lockdown

13:10
02.08.2021
Angesichts der stark steigenden Corona- Infektionszahlen und Todesopfer wegen der Delta-Variante müssen sich die Menschen in Iran auf eine erneute Verschärfung des Lockdowns einstellen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA wurde der Eilantrag von Gesundheitsminister Said Namaki am Montag auf einen zweiwöchigen Lockdown direkt an den Corona-Krisenstab weitergeleitet. Der soll dann am Dienstag umgehend überprüft und umgesetzt werden. Nach Medienberichten wurden in den vergangenen Tagen im Durchschnitt alle vier Minuten ein Corona-Todesfall und alle vier Sekunden eine Neuinfektion registriert.

Die Delta-Variante hat die Corona-Krise im Iran noch mehr verschärft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat das Land am Montag mit 37 189 Neuinfektionen an einem Tag einen neuen Höchstwert erreicht. Im selben Zeitraum starben 411 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus, mehr als dreimal so viele wie vor der Delta-Welle. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Iran liegt nun bei fast 4 Millionen, die der Corona-Toten bei über 90 000.

Außerdem hat die Delta-Variante Krankenhäuser und Pflegepersonal an ihre Grenzen gebracht. In vielen Städten sind die Intensivstationen und Notaufnahmen mit neuen Corona-Patienten überfüllt. Dies beeinträchtigt nach Medienberichten auch die medizinischen Dienste.

Der Iran ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen, auch weil US-Sanktionen die Wirtschaftskrise verschärft und die Einfuhr von Impfstoffen erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher auch nur schleppend voran. Bislang sind weniger als vier Prozent der Iraner doppelt geimpft.

(dpa)

Bund will mit Ländern über Ende von Gratis-Corona-Tests beraten

12:45
02.08.2021
Die Bundesregierung will mit den Ländern über ein Ende kostenloser Corona-Schnelltests beraten - kommen soll dies aber erst später. Das Thema soll am 10. August in der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten besprochen werden, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin sagte. Sie betonte, dass Schnelltests «ganz sicher nicht über Nacht plötzlich kostenpflichtig» werden, sondern noch eine ganz Weile kostenlos bleiben sollten. Aus Fairnessgründen solle erst allen Menschen die Chance gegeben werden, sich mit dem gebotenen Abstand zweimal impfen zu lassen und die dann vorgesehenen 14 Tage zusätzlich einhalten zu können, nach denen der Impfschutz als vollständig gilt.

Der Bund übernimmt seit März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Angesichts der schwächeren Nachfrage nach Corona-Impfungen wird darüber diskutiert, dass man für Tests künftig etwas bezahlen soll - auch als Anreiz für Menschen, die sich impfen lassen könnten, damit aber zögern. Demmer sagte, dass es hierzu keine Einigung in der Regierung gebe. Gespräche dazu würden fortgesetzt. Unter anderem Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte sich dafür ausgesprochen, dass der Staat ab einem bestimmten Zeitpunkt die Tests für jene nicht mehr zahlt, die sich impfen lassen könnten. Dies müsse aber lange vorher angekündigt werden.

(dpa)

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