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20210811065238

Historischer Einbruch bei Ausbildungsverträgen in Corona-Krise

06:52
11.08.2021
Die Corona-Krise hat zu einem historischen Rückgang der Ausbildungszahlen in Deutschland geführt. Im vergangenen Jahr wurden 465 700 Verträge für eine Lehre in der dualen Berufsausbildung geschlossen, das waren 47 600 oder 9,3 Prozent weniger als 2019, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Es handle sich um den größten prozentualen Rückgang seit dem Beginn der Zeitreihe 1977.

«Die Zahl der Neuverträge befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Noch nie seit Beginn der Statistik vor über 40 Jahren hat es in einem Jahr weniger als 500 000 neue Azubis gegeben», erklärte Rotraud Kellers aus dem für die Berufsbildungsstatistik zuständigen Referat im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. «Besonders deutlich gingen die Neuabschlüsse im Gast- und Verkehrsgewerbe zurück, also in sehr stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen.»

Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel, zu dem das Gast- und Verkehrsgewerbe gehören, sank die Zahl der Neuabschlüsse 2020 am stärksten mit fast zwölf Prozent oder 36 000 weniger neuen Azubi-Verträgen. Die größten Rückgänge gab es dort bei Tourismuskaufleuten mit fast zwei Drittel weniger neuen Ausbildungsverträgen (-61,1 Prozent), gefolgt von Hotelfachmännern- und -frauen (-31 Prozent) und Kochausbildungen (-19,8 Prozent).

Im Handwerk fiel der Rückgang bei den Lehrverträgen mit minus 6,5 Prozent oder 9000 weniger neuen Verträgen geringer aus. Während deutlich weniger junge Menschen eine Lehre zum Friseur oder zur Friseuse begannen (-18,6 Prozent), gab es mehr Verträge für Dachdecker (+3,9 Prozent), Zimmerer (+11,7) und Zweiradmechatroniker (+13,1), die aber bei den absoluten Zahlen wenig ins Gewicht fallen.

(dpa)

Intensivmediziner Marx ruft eindringlich zu Corona-Impfungen auf

06:51
11.08.2021
Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat an die Deutschen appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. «Wir sind noch nicht über den Berg. Wir haben es selber in der Hand, ob eine vierte Welle steil wird oder ob sie flach bleibt», sagte Marx am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. «Ich verstehe gar nicht, warum man sich nicht impfen lässt - außer man hat vielleicht medizinische Konstellationen, die das verhindern. Wenn man das viele Leid der Verstorbenen und der Angehörigen und derer, die die Infektion überlebt haben, sieht, kann ich es persönlich nicht nachvollziehen, warum man dieses tolle Errungenschaft der Impfung nicht nutzt.»

Nach den Beratungen von Bund und Ländern über die Corona-Strategie für den Herbst und Winter sagte Marx mit Blick auf Indikatoren für strengere Maßnahmen, er sei froh, «dass jetzt nicht im Schnellschussverfahren festgelegt worden ist, dass das und das jetzt noch dazugerechnet werden muss. Das ist relativ komplex». Er gehe aber davon aus, «dass die Neuaufnahmen von Corona-Patienten in die Krankenhäuser und die Belegungsquote der Intensivbetten durch Covid-Fälle dazugehören».

Die Indikatoren waren am Dienstag ein Thema der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder. In ihrem Beschluss hieß es dazu, die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 werde als «wichtige Größe zur Beurteilung des Infektionsgeschehens» betrachtet. Daneben wurde betont, dass Bund und Länder «alle Indikatoren, insbesondere die Inzidenz, die Impfquote, und die Zahl der schweren Krankheitsverläufe sowie die resultierende Belastung des Gesundheitswesens berücksichtigen», um die Corona-Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

(dpa)

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