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Linken-Chefin Wissler gegen Abschaffung kostenloser Corona-Tests

13:54
10.08.2021
Die Linken-Vorsitzende Janine Wissler kritisiert das Vorhaben, kostenfreie Corona-Test ab Herbst abzuschaffen.

Sie sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): «Ab Oktober auf kostenlose Tests zu verzichten bedeutet, dass sich weniger Menschen testen lassen werden.» Damit ließen sich Infektionsketten sowie die Entwicklung des Infektionsgeschehens schwerer nachvollziehen. «Damit ist niemandem geholfen. Das ist am Ende teurer als die Tests.»

Auch vollständig Geimpfte, die das Virus «offenbar» noch übertragen könnten, sollten kostenfreie Testangebote bekommen.

Wissler plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Anstrengungen bei der Impfkampagne: «Wir brauchen noch mehr niedrigschwellige und dezentrale Impfangebote gerade für sozial Benachteiligte und nicht mobile Menschen.»

dpa

Kreise: Kostenlose Schnelltests für alle nur noch bis 10. Oktober

13:45
10.08.2021
Das vom Bund finanzierte Angebot kostenloser Corona-Schnelltests für alle Bürger soll am 10. Oktober enden - ab 11. Oktober muss man sie in der Regel selbst bezahlen.

Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei Beratungen am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Quellen aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Eine abschließende Einigung über das gesamte Beschlusspapier zum Corona-Kurs für Herbst und Winter stand vorerst noch aus. Zunächst berichtete der «Spiegel» über diese Verständigung.

Der Bund übernimmt seit Anfang März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Da mittlerweile allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Steuerzahler nicht angezeigt, hieß es in einem Beschlussentwurf.

Weiterhin kostenlose Schnelltests soll es demnach aber für Menschen geben, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt - also insbesondere Schwangere und Unter-18-Jährige.

dpa

Ärztepräsident fordert neue langfristige Corona-Strategie

13:42
10.08.2021
Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert angesichts steigender Impfquoten eine Neuausrichtung der Corona-Politik.

«Notwendig ist eine Langfrist-Strategie, wie wir auf Dauer mit dem Virus koexistieren können», sagte der Chef der Bundesärztekammer am Dienstag anlässlich der Bund-Länder-Beratungen zum Kurs im Herbst. «Wir können unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben nicht immer wieder aufs Neue stilllegen.» Statt «simpler Lockdown-Politik mit dem Holzhammer im Sinne bloßer Kontaktreduzierung» brauche es zielgenauere und wissenschaftlich basierte Anti-Corona-Maßnahmen.

Reinhardt sprach sich für ein bundesweit einheitliches Ampelsystem mit verschiedenen Indikatoren aus. Entscheidend für die Beurteilung der Gefahrenlage seien neben der Zahl der Neuinfektionen schwere Klinikfälle, die Zahl der tatsächlich an Covid-19 Erkrankten, die Rate positiver Tests, die Impfquote und die Altersstruktur der Infizierten. Die meisten Daten lägen vor, man müsse sie nur nutzen.

Dauerhafte Einschränkungen nur für Ungeimpfte müssten eine «Ultima Ratio» bleiben, wenn sich eine Überlastung der Kliniken nicht anders verhindern lasse. Entscheidender sei jetzt, dass Bund und Länder die Impfkampagne neu justierten. «Die Aufforderung "Ärmel hoch" allein reicht nicht mehr aus», sagte der Ärztepräsident mit Blick auf das Kampagnen-Motto. Es brauche Klarheit, warum sich manche nicht impfen lassen wollten, um Gruppen gezielt ansprechen zu können. «Es ist doch nicht jeder zweite Deutsche überzeugter Impfgegner.» Nötig sei auch verstärkte Aufklärung. «Wir dürfen radikalen Impfgegnern nicht länger die Meinungsführerschaft in den sozialen Netzwerken überlassen.»

dpa

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