Der Rückgang der Firmenpleiten hat sich auch nach dem Ende der Corona-Ausnahmeregeln fortgesetzt. Die deutschen Amtsgerichte meldeten im Mai 1116 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag 25,8 Prozent weniger als im Mai 2020. Der rückläufige Trend der vergangenen Monate habe somit angehalten. Pleiten gab es vor allem im Baugewerbe und im Handel.
Um eine Pleitewelle in der Corona-Krise zu verhindern, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt eines Insolvenzgrundes wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Zum 1. Mai gilt die Insolvenzantragspflicht wieder vollumfänglich. Dass die Zahl der Firmenpleiten dennoch gesunken ist, führte die Wiesbadener Behörde unter anderem auf die Bearbeitungszeit bei den Gerichten zurück. Eine Zunahme der Insolvenzen werde sich voraussichtlich erst in späteren Monaten zeigen.
Im Schnitt waren die von Insolvenz betroffenen Firmen größer als ein Jahr zuvor, die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen im Mai mit rund 7,0 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats von knapp 3,1 Milliarden Euro.
Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren, die Hinweise auf die künftige Entwicklung gibt, stagnierte den Angaben zufolge weitgehend. Im Juli 2021 lag sie fast auf identischem Niveau mit dem Vormonat (minus 0,1 Prozent) und dem Vorjahresmonat (plus 0,4 Prozent).