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Japans Premier vor Olympia im Umfragetief - Über 1000 Neuinfektionen

14:04
18.07.2021
Die Olympischen Spiele in Tokio sind für Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga zum politischen Drahtseilakt geworden. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge fiel die Zustimmung für Sugas Kabinett auf 35,9 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr. Eine Rekordzahl von 49,8 Prozent lehnen seine konservative Regierung ab. Dies zeige die Unzufriedenheit im Volk darüber, dass Suga trotz der andauernden Corona-Pandemie die Spiele durchziehe. Am Sonntag meldete Tokio 1008 Neuinfektionen und damit am fünften Tag in Serie mehr als 1000. Wenige Tage vor Beginn der Spiele herrscht in Japan die Sorge vor einer nunmehr fünften Corona-Welle.

Suga, dessen Amtszeit als Partei- und damit Regierungschef am 30. September endet, muss spätestens am 21. Oktober Unterhauswahlen ansetzen. Er hofft laut politischen Beobachtern, dass die Olympischen Spiele trotz der Pandemie erfolgreich verlaufen und sich die Stimmung im Volk doch noch dreht. Dies könnte ihm Rückenwind für die Wahl zum LDP-Parteichef und die anstehenden Wahlen zum Parlament verschaffen.

Kehrtwende in London: Johnson will nun doch in Selbstisolation gehen

13:39
18.07.2021
Der britische Premierminister Boris Johnson will nach Kontakt mit seinem an Covid-19 erkrankten Gesundheitsminister Sajid Javid doch in Selbstisolation gehen. Das teilte der Regierungssitz Downing Street am Sonntag mit - nur Stunden nachdem ein Sprecher das Gegenteil verkündet hatte.

Zuerst hatte es geheißen, Johnson und sein Finanzminister Rishi Sunak würden an einem Pilotprojekt teilnehmen und daher statt der Selbstisolation tägliche Tests absolvieren. Die Entscheidung hatte zu einem Aufschrei der Empörung geführt, weil derzeit Hunderttausende Briten Zuhause sitzen, nachdem sie vom Nationalen Gesundheitsdienst NHS wegen Kontakts mit einer infizierten Person zu einer zehntägigen Quarantäne aufgefordert wurden.

Für Johnson, der sich nach Angaben der Regierung derzeit auf seinem Landsitz Chequers aufhält, kommt der Vorfall zur Unzeit. Am Montag sollen fast alle Corona-Maßnahmen in England aufgehoben werden. Das obwohl die Infektionszahlen derzeit drastisch ansteigen. Die Regierung rechtfertigt das mit der hohen Impfquote. Inzwischen haben 88 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich eine erste Impfung erhalten. Knapp 68 Prozent sind bereits zwei Mal geimpft. Die Verbindung zwischen Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen sowie Todesfällen sei erheblich geschwächt, so die Argumentation. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche je 100 000 Einwohner wurde zuletzt mit 360 angegeben (Stand: 12. Juli).