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Südkorea holt Anti-Piraterie-Einheit wegen Corona heim

12:06
18.07.2021
Südkorea holt alle Mitglieder seiner Anti-Piraterie-Marineeinheit vor der Küste Afrikas wegen des Coronavirus-Ausbruchs auf einem Kriegsschiff heim. Zwei Transportflugzeuge der Luftwaffe seien am Sonntag abgeflogen, um die Besatzung des Zerstörers «Munmu der Große» abzuholen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap wurden bisher 68 Mitglieder der 300 Mann starken Cheonghae-Einheit positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Die Zahl der Infektionen könne noch steigen, da die Testergebnisse von etwa 200 Crewmitgliedern des Zerstörers noch ausstünden, berichtete Yonhap unter Berufung auf Militärvertreter. Die Besatzung soll demnach von 148 Soldaten abgelöst werden, die mit den Transportflugzeugen unterwegs waren. Der Zerstörer soll dann ebenfalls nach Südkorea gebracht werden.

Ursprünglich sollte «Munmu der Große» erst Mitte August von einem anderen Zerstörer abgelöst werden. Die Cheonghae-Einheit hat seit der ersten Entsendung im März 2009 in den Golf von Aden zwischen dem Jemen und dem Norden Somalias vor allem die Aufgabe, dort für die sichere Durchfahrt südkoreanischer Schiffe zu sorgen.

Studie: Schüler im Wechselunterricht intelligent aufteilen

11:10
18.07.2021
Vor dem Beginn des neuen Schuljahres raten Soziologen von der Universität Mannheim bei nötigem Wechselunterricht Freundschaften unter den Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Wer bei steigenden Corona-Fallzahlen Infektionsausbrüche an Schulen vermeiden oder abmildern wolle, müsse die Schülerinnen und Schüler intelligent aufteilen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) und der Columbia University (USA).

Die in der Fachzeitschrift «The Lancet Regional Health – Europe» erschienene Studie hatte Kontakte zwischen 14- und 15-Jährigen in 507 Klassen in weiterführenden Schulen in England, den Niederlanden, Schweden und Deutschland analysiert. Dabei hat das Forschungsteam herausgefunden, dass die zufällige Verteilung der Klasse auf zwei Gruppen am wenigsten gegen die Ausbreitung des Virus wirkte.

Eine Aufteilung nach Geschlecht sei deutlich effektiver, da sich Kinder und Jugendliche im Schulalter eher mit Angehörigen des eigenen Geschlechts träfen, berichten die Forschenden. Zusätzliche Kontakte und damit Ansteckungen zwischen den Geschlechtergruppen seien daher nicht so häufig.

Als besonders wirksam erwies sich die Aufteilung, wenn dabei die von den Schülerinnen und Schülern in Befragungen angegebenen Sozialkontakte berücksichtigt wurden. Vermutlich deshalb, weil diese Schülerinnen und Schüler sich auch außerhalb des Unterrichts treffen und damit potenziell Infektionen weitergeben können. Auch die Wahrscheinlichkeit für sogenanntes Superspreading – also relativ viele Ansteckungen, ausgehend von wenigen Infizierten – lasse sich mit dieser Form der Gruppenbildung verringern.

Außerdem konnte das Forschungsteam zeigen, dass der wechselnde Unterricht geteilter Schulklassen im wöchentlichen Turnus Infektionsketten besser unterbrechen kann als Unterrichtsformen, bei denen die Klassenhälften am selben Tag in der Schule präsent sind und beispielsweise unterschiedliche Räume zu verschiedenen Zeiten nutzen. Wöchentlicher Wechsel wirke wie eine Art kurze Quarantäne, während der ein aufkeimendes Infektionsgeschehen abklingen könne, so ein weiteres Ergebnis der Studie.