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Hausärzte: Versorgung ambulanter Patienten in Corona-Lage einbeziehen

15:33
17.07.2021
Der Deutsche Hausärzteverband fordert, bei der Beurteilung der Corona-Pandemie in Deutschland auch die Versorgungslage der Hausarztpatienten zu berücksichtigen. «Für unser tägliches Arbeiten sind die reinen Inzidenzzahlen nicht so entscheidend wie die Zahl der Patientinnen und Patienten, die mit mittleren und schweren Symptomen unsere Praxen aufsuchen», sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Deshalb müsse die «Krankheitslast ein stärkeres Gewicht bei der Bewertung der aktuellen Lage» bekommen.

Derzeit spiele die steigende Zahl der Neuinfektionen keine signifikante Rolle für die Hausärzte, weil das Niveau in Deutschland noch relativ gering sei, sagte Weigeldt. Nur vereinzelt gebe es Hotspots. Deutlich zu spüren sei aber die nachlassende Impfbereitschaft.

Diese führt Weigeldt auch auf mangelnde Weitsicht bei der Impfkampagne von Bund und Ländern zurück. «Die Trägheit zu Beginn der Impfkampagne rächt sich nun in den Sommermonaten», sagte er. Während im Frühjahr noch viele Menschen mit großem Enthusiasmus hätten geimpft werden wollen, sei nun deutlich spürbar, dass viele in den eher ruhigen Sommermonaten keinen Zeitdruck zur Impfung verspürten oder noch skeptisch seien.

Wehrbeauftragte für Corona-Impfpflicht für Soldatinnen und Soldaten

14:42
17.07.2021
Die Wehrbeauftragte Eva Högl hat sich für eine Corona-Impfpflicht für Soldatinnen und Soldaten ausgesprochen. «Da uns Covid-19 noch auf absehbare Zeit beschäftigen wird, befürworte ich eine Aufnahme in den Katalog duldungspflichtiger Impfungen», sagte Högl den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Für Soldatinnen und Soldaten, die in den Einsatz gehen, sei die Impfung bereits verpflichtend.

In der Bundeswehr wurde die Duldungspflicht für Impf- und Vorsorgemaßnahmen vor einigen Jahren eingeführt. Dazu zählen etwas Impfungen gegen bestimmte übertragbare Krankheiten. Im Verteidigungsministerium läuft eine Prüfung, ob die Corona-Impfung in die Liste mit aufgenommen werden soll.

Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hält dies derzeit nicht für angebracht: «Es gibt in Deutschland keine Impfpflicht, das bedeutet, dass es auch für die Soldaten und Soldatinnen keine Impflicht geben kann», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie wünsche sich aber, dass alle so vernünftig seien, allein um die Kameraden zu schützen, sich impfen zu lassen.

Die Bundesregierung hat eine allgemeine Corona-Impfpflicht und auch eine spezielle für bestimmte Berufsgruppen bisher ausgeschlossen.