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Mediziner: Weniger Intensiv-Patienten bei neuer Corona-Welle

12:28
27.07.2021
Berlin - Intensivmediziner rechnen bei einer neuen Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen als in der jüngsten Hochphase. «Ich bin mir sicher, dass die Zahlen der Patienten auf
den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle», sagte Stefan Kluge, Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Zugleich sagte er aber auch: «Es ist noch nicht vorbei.» Das Virus sei in seiner Delta-Variante viel ansteckender als noch vor einem Jahr. «Deshalb sollten jetzt auch nicht alle Regeln, wie etwa das Maskentragen in Supermärkten, aufgehoben werden.»

Die Leiterin der Klinischen Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Berit Lange, wies auf eine andere Gefahr hin. «Eine zusätzliche Befürchtung ist, dass es zu einem Nachholeffekt anderer Krankheiten kommt», sagte sie. «Aus Großbritannien und den Niederlanden gibt es dazu Berichte, dass sich besonders mehr kleine Kinder als in anderen Jahren mit dem RSV, dem Respiratorischen Synzytial-Virus, infizieren.» Kämen dazu noch steigende Corona- und Influenza-Infektionen, könne es wieder zu Überlastungen des Gesundheitssystems kommen. Das Respiratorische Synzytial-Virus löst Atemwegserkrankungen vor allem bei Kleinkindern aus.

dpa

Lambrecht: Gastronomen können Angebote nur für Geimpfte machen

11:50
27.07.2021
Berlin - Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat Restaurants in der Corona-Pandemie an die Möglichkeit erinnert, nur für Geimpfte zu öffnen. «Die Vertragsfreiheit ermöglicht privaten Anbietern wie Gastronomen eine weitgehend freie Gestaltung ihrer Angebote», sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Wer seinen Gästen einen besonderen Schutz anbieten will, kann deshalb auch Angebote machen, die sich nur an Geimpfte richten.» Zugleich sprach sie sich abermals gegen eine Impfpflicht aus. «Eine Impfpflicht wird es nicht geben.»

Allerdings sollte die Allgemeinheit aus ihrer Sicht nicht mehr auf Dauer für die Kosten von Corona-Tests aufkommen müssen, wenn Menschen ihre Impfangebote nicht wahrnähmen. Lambrecht mahnte, getestete Menschen sollten sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. «Ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme und beinhaltet keine schützende
Immunisierung. Impfen ist deshalb das Gebot der Stunde.»

dpa

Mehr als 2000 Neuinfektionen in Israel

10:46
27.07.2021
Tel Aviv - In Israel steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter deutlich an: Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 2112 Fälle - so viele wie seit Mitte März nicht mehr. Dem Fernsehen zufolge handelt es sich bei etwa jedem zehnten neuen Fall um Rückkehrer aus dem Ausland. Die Zahl der Corona-Patienten mit schwerem Verlauf stieg auf 138 - am Montag vor einer Woche waren es noch 61. Die meisten neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

Unter den Neuinfizierten sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Mehr als 57 Prozent der 9,3 Millionen Bewohner Israels sind bereits vollständig geimpft. Die dortige Impfkampagne war besonders zu Beginn sehr erfolgreich. Allerdings gibt es nach Angaben von Ministerpräsident Naftali Bennett immer noch mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun.

dpa