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Brasilien: Infektions-Zahl schnellt wegen Nachmeldungen nach oben

10:32
24.07.2021
Brasília - Aufgrund Zehntausender Nachmeldungen hat Brasiliens Gesundheitsministerium innerhalb eines Tages mehr als 100 000 Corona-Infektionen registriert. Bei der Veröffentlichung der täglichen Fallzahlen am Freitagabend (Ortszeit) nannte das Ministerium in Brasília 108 732 neue Fälle.

Der plötzliche Anstieg kam dadurch zustande, dass der Bundesstaat Rio Grande do Sul seine über 500 Tage gesammelten Corona-Daten aktualisiert und mehr als 64 000 neue Fälle auf einmal übermittelt hatte. Am Vortag hatte Brasilien etwa 50 000 neue Fälle registriert. Insgesamt haben sich im größten Land Lateinamerikas damit bislang mehr als 19,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Im Juli meldete Brasilien die niedrigste Zahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen seit Januar. Mehr als 130 Millionen Impfstoffdosen sind seit Beginn der landesweiten Impfkampagne im Januar verabreicht worden.

Etwa 40 Prozent der erwachsenen Brasilianer haben eine Einzeldosis bekommen, rund 17 Prozent sind vollständig geimpft. Angesichts fehlender Impfstoffdosen setzten die brasilianische Metropole Rio de Janeiro und andere wichtige Städte erneut die Erst-Impfungen gegen das Coronavirus aus.

dpa

Dreyer fordert neuen Warnwert

09:56
24.07.2021
Düsseldorf   - Angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für angepasste Bewertungskriterien in der Corona-Politik ausgesprochen.

«Wir schauen natürlich auch mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen», sagte sie der «Rheinischen Post» (Samstag). «Dennoch sagt die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus als noch vor einem halben Jahr, weil immer mehr Menschen geimpft werden.»

Die Inzidenz bleibe wichtig, aber sie sollte mit der Lage in den Krankenhäusern verknüpft werden, sagte Dreyer. Dazu zähle, wer dort eingeliefert werde und wer auf eine Intensivstation müsse. «Die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.» Dreyer lobte ein von der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), vorgeschlagenes System als «sehr kluges Ampelsystem». «Genau so eine Orientierung brauchen wir bundesweit.»

dpa