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Grönland lockert Regel für öffentlichen Verkehr nach kurzer Zeit

15:26
22.07.2021
Bereits nach wenigen Tagen verabschiedet sich Grönland von der Regel, dass nur noch Menschen mit Corona-Impfung die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen dürfen. Diese erst am Dienstag in Kraft getretene Anforderung gilt nur noch bis einschließlich Freitag und nicht wie geplant bis Ende des Monats, wie die grönländische Regierung nach Angaben des Rundfunksenders KNR und der Zeitung «Sermitsiaq» am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nuuk bekanntgab. Grund dafür sind positive Entwicklungen bei der Infektionslage.

Regierungschef Múte B. Egede sagte nach Angaben der beiden führenden grönländischen Medien, er sei stolz, dass die Bürger Verantwortung übernommen hätten und die Regeln befolgten. Die Corona-Lage müsse jedoch weiter ernstgenommen werden. Die Obergrenze von 20 Teilnehmern für Versammlungen gilt deshalb vorläufig ebenso weiter wie die Maskenpflicht an öffentlichen Orten.

Derzeit gibt es noch 26 aktive Corona-Fälle auf der größten Insel der Erde. Das sind einige weniger als am Dienstag, dennoch ist das für Grönland mit seinen rund 56 000 Einwohnern verglichen mit früheren Phasen der Pandemie weiterhin ein hohes Niveau. Lange Zeit hatte es gar keine Neuinfektionen auf der Insel im hohen Norden gegeben.

Corona-Impf-Ziel in Afrika verzögert sich

14:57
22.07.2021
In Afrika rückt das Ziel einer Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 ins kommende Jahr. «Wir bleiben sehr optimistisch, bis zum Jahresende 25 Prozent geimpft zu haben», sagte am Donnerstag John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union, der Africa CDC. Das ursprünglich für dieses Jahr anvisierte Ziel einer Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung sei somit kaum vor Ende 2022 zu erreichen.

Laut CDC sind bisher gerade mal 1,39 Prozent der Bevölkerung auf dem Kontinent komplett geimpft. Marokko ist mit 21,3 Millionen Dosen der kontinentale Spitzenreiter, vor Südafrika mit 5,6 Millionen verabreichten Dosen. Die Länder Burundi, Eritrea und Tansania hätten nicht mal mit Impfungen begonnen - obwohl Tansania sich nun bei der Corona-Bekämpfung stärker engagiere.

Die CDC versucht über die nun zum Trust ausgebaute Avat-Kommission (African Acquisition Trust), die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren. Bisher hat Afrika laut CDC erst 82,7 Millionen Impfdosen von den für dieses Jahr geplanten 700 Millionen beschafft - 74 Prozent wurden verabreicht. Ausdrücklich begrüßt wurden Partnerschaften wie die mit dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech, das künftig seinen Covid-19-Impfstoff auch bei einem Partner in Afrika abfüllt. Ende der kommenden Woche sollen die ersten Dosen der in Südafrika produzierten Dosen von Johnson & Johnson ausgeliefert werden. Auch die von den USA versprochenen Impfstoffe stehen nun zur Auslieferung an.

Der Kontinent befindet sich aktuell im Griff einer dritten Infektionswelle - in Algerien und Tunesien wurde laut CDC bereits die vierte registriert. Die Infektionswelle wird von der hochansteckenden Delta-Variante getrieben. Insgesamt wurden bisher in Afrika gut 6,3 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 160 000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen aber höher liegen. Auch Nkengasong gab zu, dass in einigen Ländern noch unklar sei, warum die Zahlen dort auffällig niedrig seien. Dennoch ist die Gesamtzahl der Fälle weiter gering im Vergleich zu anderen Weltregionen.