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20210722074803

Niedersachsen schließt tägliche Corona-Tests in Schulen nicht aus

07:10
22.07.2021
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will nach den Sommerferien die Corona-Testfrequenz in den Schulen erhöhen. Möglicherweise solle statt zweimal wöchentlich täglich getestet werden, sagte der Minister der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Niemand wird nach den Sommerferien ohne einen negativen Corona-Test in die Schule gehen», sagte Tonne.

Zu der Frage, ob nach den Sommerferien alle Schulen mit Luftfiltern ausgestattet seien, sagte Tonne, dass das Land mittlerweile zusätzlich Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro geschaffen habe. Nötigenfalls solle finanziell nachgebessert werden. Die Umsetzung liege bei den Schulträgern.

Kassenärzte fordern mehr Einsatz von Betrieben und Unis beim Impfen

06:38
22.07.2021
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mehr Engagement von großen Unternehmen und Universitäten bei der Corona-Impfkampagne gefordert. «Große Arbeitgeber können noch stärker eingreifen, genau wie die Universitäten, wenn die Semester wieder losgehen», sagte Vize-Chef Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. «Das halten wir für geeigneter, als mit dem Impfbus abends vor der Disco zu stehen.» Derzeit zeichne sich in einigen Regionen eine Impfmüdigkeit ab, insbesondere in den Impfzentren gehe die Frequenz der Impfungen deutlich nach unten.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen erklärte, es gebe «eine relevante Zahl von Menschen, die sich schlicht nicht impfen lassen will».
Desinteressierte könne man «schon ein bisschen schubsen», etwa indem Bürgertests bald für alle kostenpflichtig würden, die sich theoretisch auch impfen lassen könnten. «Impfen ist der beste Individual-Schutz», betonte er.

In den Praxen besteht laut Gassen die Gefahr, dass Impfstoff weggeschmissen werden muss, weil er nur in größeren Fläschchen angeboten wird. Um ein Fläschchen voll zu nutzen, müssten in kurzer Zeit sechs Impfpatienten kommen. Das sei aber immer seltener der Fall. «Wichtig wäre, dass die Industrie diesen Impfstoff in Einzeldosen anbietet», sagte Gassen deshalb. «Sonst wird es zum Verfall von Impfdosen kommen.» Auch ein Teil der Impfdosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson, die derzeit schwerer vermittelbar seien, müssten vielleicht entsorgt werden. «Damit wird man leben müssen.»

Auffrischungsimpfungen sind nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Herbst nur für Über-75-Jährige nötig und für chronisch Kranke mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. «Gesunde 20- bis 60-Jährige dagegen sind dieses Jahr noch sicher», sagte Hofmeister. Gassen plädierte zudem für neue Kriterien zur Bewertung der Corona-Bedrohung. «Es muss zum Beispiel darum gehen, wer wie schwer erkrankt. Wenn wir nur auf die Inzidenz schauen, laufen wir am Ende ohne wissenschaftliche Begründung mal wieder in eine Lockdown-Situation», warnte er.