Letztes Update:
20210712151706

Kliniken warnen vor «Mehrbelastungen» durch Covid-Meldungen

14:31
12.07.2021
Berlin  - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht die Pläne für erweiterte Meldepflichten zu Covid-19-Patienten kritisch. Die Inzidenz der hospitalisierten Fälle sei ein wichtiger Indikator, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Eine Meldepflicht der Hospitalisierungen einzuführen, sei aber wenig hilfreich, weil die wichtigsten Punkte bereits an die Gesundheitsämter gemeldet würden, hieß es weiter. Man stehe für einen konstruktiven Austausch bereit, um die notwendigen Meldedaten zu erheben. «Doppelmeldungen und damit einhergehende bürokratische Mehrbelastungen ohne Erkenntnisgewinn sind aber zu vermeiden.»

Die DKG verwies darauf, dass Kliniken und Klinikärzte über das Infektionsschutzgesetz bereits jetzt dazu verpflichtet seien, Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod in Bezug auf Covid-19 zu melden. Hinzu kämen weitere Angaben etwa über Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion und auch zum Impfstatus. «Warum diese Meldepflichten nun noch einmal in einer Verordnung verankert werden müssen, erschließt sich nicht.»

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Wochenende bekanntgegeben, dass die Kliniken künftig mehr Details zu Covid-19-Fällen melden sollen. Die Informationen zu Klinikaufenthalten sollen stärker in die Bewertung der Pandemielage einbezogen werden.

dpa

Sonneberg: Die Zahl der Impfwilligen sinkt

13:36
12.07.2021
Im ehemaligen Hotspot Sonneberg ist man noch weit weg von einer Herdenimmunität. Ärzte und Lokalpolitik rufen nun auf, den Sommer zur Immunisierung zu nutzen.

Sonneberg - Über die Impfsituation in Sonneberg haben sich diese Woche Bürgermeister Heiko Voigt und Dr. med. Christian Franke als Regionalstellenvorsitzender Sonneberg der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen und Dr. med. Claudia Bauer als Notdienst-Obfrau der Regionalstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen ausgetauscht. Auch in Sonneberg sinkt die Zahl der Impfwilligen. „Die Anfragen gehen zurück, Termine in Impfsprechstunden bleiben frei und die Wartelisten sind abgearbeitet“, beschreibt Franke die gegenwärtige Situation. Laut Robert-Koch-Institut liegt die Quote für vollständig Geimpfte in Thüringen, Stand 10. Juli, bei 40,1 Prozent. Damit sei man noch weit entfernt von einer Herdenimmunisierung. „Je geringer die Impfquote, umso höher ist das Risiko für erneute Restriktionen im Herbst, für wiederholte Kita- und Schulschließungen“, macht der Mediziner aufmerksam. Gleichwohl hält er nichts von politischen Debatten über Belohnungs- oder Bestrafungs-Szenarien. „Wir setzen auf Aufklärung.“
Trügerischer Trend

Die Ärzteschaft in Sonneberg appelliert an die Bevölkerung, den Sommer zu nutzen.

Mittlerweile gebe es keine Lieferengpässe mehr für die Impfstoffe gegen Covid-19 und seien Präparate von vier unterschiedlichen Herstellern zugelassen, erläutert Franke. Alle schützen, so der Regionalstellenvorsitzende, vor schweren Verläufen der Coronavirusinfektion und sind auch wirksam gegen die sich ausbreitende Delta-Variante. „Die Sommermonate sind ideal für eine Impfung, weil das Immunsystem in dieser Zeit gut aufgestellt ist. Die sinkenden Infektionszahlen sind trügerisch, halten aber gerade jetzt viele davon ab, sich mit dem Impfthema auseinander zu setzen“, weist Bauer hin.

anb