Tischtennis
Vom Glück verfolgt waren sie bislang nicht gerade in dieser Saison, die Tischtennis-Profis vom SV Werder. Sie verloren oft erst, nachdem noch ein Doppel-Spiel über den dritten und gewinnbringenden Punkt entscheiden musste. Sie hatten mehrfach das gern zitierte Momentum fast erwischt, aber eben nur fast. An diesem Sonntag aber besuchte nicht nur Tabellennachbar TTC Grenzau den SV Werder, sondern auch das Glück. Mal konnten die Bremer Satzbälle des Gegners abwehren, mal konnten sie einen relativ aussichtslosen 0:2-Rückstand nach Sätzen noch in ein 3:2 umwandeln, mal landete der entscheidende letzte Ball eines Satzes an der Tischkante und nicht ein paar Millimeter daneben. Werder besiegte Grenzau glatt mit 3:0.
Für die Tabelle – und wohl auch für das Selbstvertrauen – waren das nicht nur zwei Pluspunkte, die man gerne mitnimmt. Werder hat damit den Abstand zum bis dato nicht allzu weit entfernten Tabellenkeller vergrößern können. Eine Niederlage gegen Grenzau hätte den Druck deutlich erhöht und nicht eben die mentalen Kräfte gestärkt. Bereits am Mittwoch geht es in einer englischen Woche weiter. Werder empfängt dann Fulda in der Klaus-Dieter Fischer-Halle.
Natürlich war es vor allem das Können und nicht das Glück, das Werder gegen Grenzau siegen ließ. Aber Glück stand eben sozusagen zur Seite, als es enger wurde. Spitzenspieler Mattias Falck konnte gegen Cristian Pletea nach gewonnenem ersten Satz im zweiten gleich drei Satzbälle abfangen, um den Satz schließlich doch seinerseits zu holen. Im Spiel von Marcelo Aguirre gegen Grenzaus Patrick Baum lag der Werder-Profi bereits mit 0:2 nach Sätzen zurück. Und musste auch noch verarbeiten, dass er die Nervenschlacht im zweiten Satz mit 15:17 verloren hatte. Doch er biss sich hinein in dieses Match und schaffte tatsächlich, was kaum jemand noch vorhersagen mochte: die Wende zum 3:2.
Mit teilweise spektakulären Ballwechseln gegen den jungen und hochtalentierten Bundesliga-Neuling Yi-Hsin Feng begeisterte schließlich Kirill Gerassimenko das Publikum und holte den dritten Bremer Punkt. "Das war in einer schwierigen Situation ein sehr wichtiger Sieg", sagte Trainer Cristian Tamas. Gegen einen sehr starken Gegner, der zuletzt zweimal gewonnen hatte, hätten "die Jungs sehr gut reagiert."
Olaf Dorow