Fußball
Es ging wie erwartet aus. Werders Fußballerinnen verloren das Auswärtsspiel beim Champions-League-Team und Bundesliga-Spitzenreiter VfL Wolfsburg mit 1:3 (1:2). Es ging aber nicht wie erwartet los, als bei Regen und Wind in Wolfsburg vor den maximal zugelassenen 500 Zuschauern angepfiffen wurde. Die Bremerinnen attackierten mutig in der Wolfsburger Hälfte, die Wolfsburgerinnen leisteten sich Ungenauigkeiten – und zack, hatte die junge Werder-Stürmerin Maja Sternad das ausgenutzt. Nach 51 Sekunden stand es sehr unerwartet 1:0 für Werder.
Hätte sogar mehr drin sein können für Werder? Vielleicht. Er sei jedenfalls "mega verärgert", sagte anschließend Werder-Trainer Thomas Horsch, dass seiner Mannschaft kurz vor der Halbzeit ein aus seiner Sicht klarer Elfmeter verwehrt worden sei. Michelle Ulbrich sei im Strafraum klar umgerissen worden. Ein Strafstoß hätte das 2:2 bringen können. Andererseits musste Horsch anerkennen, dass die Gegentore zu leicht gefallen waren. Der Ausgleich zum 1:1 durch Tabea Waßmuth kam im direkten Gegenzug nach einer Bremer Ecke zustande (9.). "Da müssen wir als Team konsequenter agieren", monierte Horsch. Das 2:1 für den VfL fiel zwar, nach einem Freistoß, durch einen fein anzuschauenden Kopfball mit dem Rücken zum Tor durch Nationalspielerin Lena Oberdorf (36.). So frei hätte sie allerdings niemand köpfen lassen dürfen. Auch das spielentscheidende 3:1 durch die eingewechselte Rebecka Blomqvist folgte nach einem VfL-Freistoß (79.).
Insgesamt war es jedoch kein Feuerwerk an Chancen für den Gastgeber. Thomas Horsch konnte sich letztlich über eine "sehr engagierte Defensive" freuen und sah "eine tolle Mannschaftsleistung" seines Teams. Im Hinblick auf das wichtige Duell mit Schlusslicht Carl Zeiss Jena am kommenden Sonntag stimmte ihn mehr als zuversichtlich, dass Werder auch ohne Kapitänin Lina Hausicke und die routinierte Margarita Gidion gegen den Favoriten dagegenhalten konnte. Horsch hatte auf beide Spielerinnen verzichtet, damit sie nicht Gefahr liefen, sich die fünfte Gelbe Karte einzuhandeln. Sie hätten ansonsten im Spiel gegen Jena gefehlt. "Es freut mich, dass das gar nicht so aufgefallen ist. Das heizt auch den Konkurrenzkampf im Team an", sagte der Werder-Trainer.