Corona-Hilfen
Das Soforthilfe-Programm für Bremens Sportvereine wird erneut verlängert. Es war kurz nach Pandemiebeginn vom Senat aufgelegt worden und ist seitdem mehrfach erweitert worden. Aus dem Bremen-Fonds stehen für das Programm wie im vergangenen Jahr jetzt auch für das Jahr 2022 insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Senat hat das am Dienstag beschlossen. Im vergangenen Jahr waren im Land Bremen von den Vereinen 164 Anträge über Hilfen von 5000 bis maximal 50.000 Euro gestellt worden. Nur sieben Anträge wurden abgelehnt, zwölf wurden zurückgezogen.
„Die Vereine haben auch 2021 weiter Mitglieder verloren, dabei trifft es besonders die Gruppe der Sporttreibenden im Alter über 60 Jahre, und sie gewinnen bei den Erwachsenen derzeit auch kaum neue hinzu.“ So wird Sportsenatorin Anja Stahmann in einer Pressemitteilung zitiert. Bereits auf dem Sporttag des Landesportbundes (LSB) hatte sie Ende November im großen Saal des Congress-Centrums angekündigt, dass in Not geratene Vereine auch 2022 unterstützt werden.
Neben Ausgaben für den Liga- und Wettkampfbetrieb, für Sportanlagen oder -geräte sollen über das Programm auch "projektbezogene Kosten zur Mitgliedergewinnung" erstattet werden können, wie es in einer entsprechenden Senatsvorlage heißt. Im Kalenderjahr 2020 war die Zahl der Mitglieder in Bremens Sportvereinen laut einer LSB-Erhebung um knapp sechs Prozent gesunken. Vorher: 151.205 Mitglieder, nachher: 142.260 Mitglieder. Die Zahlen für 2021 liegen derzeit noch nicht vor, das wird frühestens im Frühjahr der Fall sein.
"Wir müssen davon ausgehen, dass es besonders bei den Erwachsenen eher schlechter als besser geworden", sagt dazu Anja Stahmann. Zwar seien im vergangenen Jahr ähnlich viele Kinder und Jugendliche in die Vereine eingetreten wie vor der Pandemie. 2022 werden aber voraussichtlich erneut wichtige Einnahmen aus Veranstaltungen, Vermietungen oder dem Ligabetrieb fehlen. Stahmann: "Da können wir die Vereine auch in diesem Jahr nicht hängen lassen."
Olaf Dorow