Handball, 2. Liga der Frauen
Dieses Mal mussten die Handball-Frauen des SV Werder Bremen in der 2. Bundesliga nur einmal zur TG Nürtingen fahren. In der vergangenen Spielzeit hatten sie erst beim Aussteigen aus dem Bus über den positiven Corona-Befund einer Gegenspielerin erfahren und mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. Selbst der Termin lag am Sonnabend für die weiteste Auswärtstour der Saison günstig, weil sie durch die Zeitumstellung eine Stunde mehr Schlaf als üblich bekamen. Viel mehr Positives lässt sich der 19:25 (10:13)-Niederlage der Grün-Weißen in der Nähe Stuttgarts nicht abringen.
„Ich finde für die Angriffsleistung meiner Mannschaft keine Worte, das muss ich erst einmal in aller Ruhe analysieren“, war Werders Trainer Robert Nijdam bedient. Schauriger Höhepunkt des Abends war ein Konter von Maren Gajewski, den sie beim 15:20-Rückstand kurz hinter der Mittellinie über das leere TGN-Tor warf (47.). Der Linkshänderin muss man zugute halten, dass vor ihr mit leichtem Abstand noch eine Gegenspielerin lief. Und dass es ihre Mannschaftskameradinnen wahrlich nicht besser machten.
Dabei war der Start mit den Treffern von Denise Engelke, Maren Gajewski (2) und Lena Thomas zum 4:2-Vorsprung verheißungsvoll gewesen (5.). Als der personell stark dezimierte SVW jedoch in den folgenden acht Minuten nicht mehr ins Tor traf, nahm das Schicksal mit dem 4:7-Rückstand allmählich seinen Lauf. Letztlich hatten es die Grün-Weißen vor allem ihrer starken Torfrau Danique Trooster (Paradenquote 36 Prozent) zu verdanken, dass sie bis zum 14:16-Rückstand die Tuchfühlung behielten. Neun Uhrzeigerumdrehungen später tütete Nürtingen seinen ersten Heimsieg der Saison ob der Bremer Angriffsschwäche beim 21:15-Vorsprung so gut wie ein (48.).
Werder steht in der Tabelle mit 2:10 Punkten auf dem vordersten der drei Abstiegsplätze und hat zwei Punkte sowie ein Spiel Rückstand auf die vor ihm stehenden Klubs aus Herrenberg und Leipzig. Robert Nijdam bleibt ruhig: „Wir haben in der vergangenen Saison auch lange mit zwei Punkten dagestanden, da ist noch alles möglich.“
SV Werder Bremen: Trooster, Nigbur; Heidergott (4), Engel (2), Thomas (2), Becker, Engelke (4/2), Häberle (1), Gajewski, Funke (5), Defayay (1), Rode.