Letztes Update:
20220420123121

Merkel: "Wir müssen nur zugreifen, schnell zugreifen"

10:42
13.11.2021
Angesichts stark steigender Corona-Zahlen in Deutschland hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Impfen und zum Gemeinsinn aufgerufen. "Wenn wir zusammenstehen, wenn wir an unseren eigenen Schutz und fürsorglich an andere denken, dann können wir unserem Land in diesem Winter viel ersparen", sagte Merkel in ihrem am Samstag verbreiteten aktuellen Podcast.

Sie sei in großer Sorge wegen des Anstiegs der Corona-Neuinfektionen, der hohen Zahl an Intensivpatienten und der hohen Zahl an Todesfällen besonders in Regionen mit relativ niedriger Impfquote. Ärzte, Pflegekräfte und Intensivstationen stünden hier erneut am Rand der Überforderung. Wichtig seien nun geschlossenes Handeln von Bund und Ländern, Fortschritte bei den Impfungen und eine "nationale Kraftanstrengung" bei den Auffrischungsimpfungen, betonte Merkel.

Ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern sei insbesondere bei der Anwendung des Hospitalisierungsindex notwendig. Bund und Länder müssten hier "sehr schnell" einen Schwellenwert festlegen, ab dem zusätzliche Schritte eingeleitet werden müssten, erklärte die Kanzlerin. Dieser Schwellenwert müsse "klug gewählt werden, damit die notwendigen Maßnahmen nicht zu spät ergriffen werden". Auch darüber würden Bund und Länder in der nächsten Woche beraten.

Die Pandemie sei nur durch eine höhere Impfquote in den Griff zu bekommen, das zeigten Länder wie Portugal und Spanien. Anders als in der ähnlich ernsten Lage vor einem Jahr habe man nun mit dem Impfstoff das wirksamste Mittel gegen die Pandemie in der Hand: "Wir müssen nur zugreifen, schnell zugreifen", mahnte Merkel.

In einer "nationalen Kraftanstrengung unter großem Zeitdruck" bei den Auffrischungsimpfungen müsse man schnell vorangehen. Hier sei in den letzten Monaten "zu wenig, enttäuschend wenig geschehen". Die sogenannten Booster-Impfungen seien aber eine "reale Chance, die schwere Herbst- und Winterwelle der Pandemie zu brechen", so Merkel.

Jörg Tschürtz