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Steigende Inzidenz in Italien - Impfappell an über 50-Jährige

19:30
13.08.2021
Italiens Gesundheitsexperten mahnen mit Blick auf die Corona-Lage, weiter vorsichtig zu sein. Der landesweite Sieben-Tage-Inzidenzwert stieg für den Zeitraum bis Donnerstag auf 73 Fälle je 100.000 Einwohner, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Rom mitteilte. In der Vorwoche lag der Wert bei 68. In Italien breiteten sich außerdem Virus-Mutationen wie die Delta-Variante weiter aus. Angesichts dessen, dass es im Sommer häufiger zu Versammlungen komme, sei es gut, sich vorsichtig zu verhalten und sich impfen zu lassen.

Die Regierung wirbt bei Älteren weiter für die Impfungen gegen Covid-19. „Vor allem bei den über 50-Jährigen gibt es mehr als vier Millionen Menschen, die noch nicht mal die erste Dosis erhalten haben“, sagte Gesundheitsexperte Franco Locatelli im Interview der Zeitung „La Stampa“ (Freitag). Ab Montag können sich laut des außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall, Francesco Figliuolo, Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ohne Termin impfen lassen. Rund 65 Prozent der Menschen über zwölf Jahren sind durchgeimpft.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern müssen die Menschen außerdem einen Impf-, Test- oder Genesungsnachweis vorzeigen, wenn sie innen im Restaurant essen oder in Kultureinrichtungen wollen. In Italien werden diese Dokumente auch als Grüner Pass bezeichnet.

Streit gibt es derzeit noch darüber, wie das kommende Schuljahr ab September starten soll. Die Regierung will wieder Präsenzunterricht und hatte beschlossen, dass das Schulpersonal den Grünen Pass dafür braucht. Die Gewerkschaften wehrten sich zuletzt allerdings gegen diese Regelung und gaben laut Medienberichten bislang nicht ihr OK dafür.

# dpa-Notizblock

Sarah Cames

Niederlande öffnen Hochschulen - Nachtclubs bleiben zu

18:45
13.08.2021
Angesichts noch anhaltend vieler Neuinfektionen lockern die Niederlande ihre Corona-Maßnahmen vorerst nur geringfügig. Clubs, Bars und Diskotheken blieben weiterhin geschlossen, teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag mit. Allerdings dürfen die Universitäten und Fachhochschulen nach den Sommerferien wieder ihre Türen öffnen und Studenten nach eineinhalb Jahren wieder Präsenzunterricht bekommen.

Premier Rutte betonte, dass die Regierung das Risiko einer erneuten Infektionswelle wie Anfang Juli nicht eingehen wolle. „Wir müssen vorsichtig bleiben.“ Die Regierung wird daher die Regeln vor allem für die Nachtgastronomie und Groß-Veranstaltungen nicht lockern. Ende Juni waren Clubs und Diskotheken geöffnet worden. Daraufhin waren die Infektionszahlen explosionsartig gestiegen, die Regierung zog die Notbremse. In den vergangen Wochen verbesserte sich die Lage drastisch. Doch noch immer ist die Inzidenz von 105 sehr hoch.

Erleichterung aber wird es für die rund eine Million Studenten und Fachhochschüler geben. Sie müssen keinen Sicherheitsabstand von 1,5 Meter mehr voneinander halten, wie der Premier ankündigte. Allerdings müssen sie in den Gängen Mundmasken tragen. Große Vorlesungen mit mehr als 75 Studenten soll es vorerst aber noch nicht geben. In den vergangenen 18 Monaten hatten die meisten Studenten nur digital Unterricht.

Den nächsten Schritt zur Normalität stellte der Premier erst für den 20. September in Aussicht. Sofern die Zahl der Neuinfektionen und Patienten in Krankenhäusern niedrig sei, könne dann die Masken-Pflicht in Bus und Bahn gestrichen werden. Die Regierung hält es zudem für möglich, dass ab November alle Corona-Maßnahmen aufgehoben werden könnten.

Sarah Cames