Am Montagmorgen war der neue Präsident der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) auf den Radiowellen von RTL zu Gast und kam dabei auf den Skandal zu sprechen, der die Krankenhausgruppe zu Beginn des Jahres in die Schlagzeilen brachte. "Es waren turbulente Zeiten", so Georges Heirendt. "Wir hatten die ersten Monate des Jahres genug zu tun."
Am 15. Januar wurden Mitglieder des HRS-Verwaltungsrates, darunter der damalige Präsident der HRS, Jean-Louis Schiltz, prioritär geimpft, obwohl sie im Zuge der nationalen Impfstrategie erst später an die Reihe gekommen wären. Diese Entscheidung stieß zu Beginn des Jahres - als der Impfstoff noch ein knappes Gut war - auf heftige Kritik. Doch Heirendt verteidigte die vorgezogenen Impfungen im Verwaltungsrat am Montagmorgen: "Ich hätte mich auch impfen lassen." Es sei zu dem Zeitpunkt wichtig gewesen, einen Corodon sanitaire um das Krankenhaus zu zeihen - und dazu habe der Verwaltungsrat nun mal auch gehört.
Einen bleibenden Imageschaden hätten die HRS durch den Vorfall nicht erlitten, so Heirendt: "Wir haben nicht feststellen können, dass der Vorfall sich in den Besucherzahlen widergespiegelt hätte." Derzeit seien etwa 75 Prozent der Belegschaft im Krankenhaus geimpft. Man bewerbe Impfungen bei der Belegschaft im Moment trotzdem nicht aktiv, da die Verfügbarkeit des Impfstoffs immer noch ein Problem sei, erklärte Heirendt am Morgen. Auch eine Impfpflicht für Mitarbeiter steht er kritisch gegenüber.