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Neuer HRS-Präsident zu Impfdrängelei im Verwaltungsrat: "Ich hätte mich auch impfen lassen"

06:53
26.07.2021
Am Montagmorgen war der neue Präsident der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) auf den Radiowellen von RTL zu Gast und kam dabei auf den Skandal zu sprechen, der die Krankenhausgruppe zu Beginn des Jahres in die Schlagzeilen brachte. "Es waren turbulente Zeiten", so Georges Heirendt. "Wir hatten die ersten Monate des Jahres genug zu tun."

Am 15. Januar wurden Mitglieder des HRS-Verwaltungsrates, darunter der damalige Präsident der HRS, Jean-Louis Schiltz, prioritär geimpft, obwohl sie im Zuge der nationalen Impfstrategie erst später an die Reihe gekommen wären. Diese Entscheidung stieß zu Beginn des Jahres - als der Impfstoff noch ein knappes Gut war - auf heftige Kritik. Doch Heirendt verteidigte die vorgezogenen Impfungen im Verwaltungsrat am Montagmorgen: "Ich hätte mich auch impfen lassen." Es sei zu dem Zeitpunkt wichtig gewesen, einen Corodon sanitaire um das Krankenhaus zu zeihen - und dazu habe der Verwaltungsrat nun mal auch gehört. 

Einen bleibenden Imageschaden hätten die HRS durch den Vorfall nicht erlitten, so Heirendt: "Wir haben nicht feststellen können, dass der Vorfall sich in den Besucherzahlen widergespiegelt hätte." Derzeit seien etwa 75 Prozent der Belegschaft im Krankenhaus geimpft. Man bewerbe Impfungen bei der Belegschaft im Moment trotzdem nicht aktiv, da die Verfügbarkeit des Impfstoffs immer noch ein Problem sei, erklärte Heirendt am Morgen. Auch eine Impfpflicht für Mitarbeiter steht er kritisch gegenüber.

Sarah Cames

Frankreichs Parlament billigt strengere Corona-Regeln

06:31
26.07.2021
Das französische Parlament hat nach langen Debatten in der Nacht zum Montag eine Verschärfung der Corona-Regeln gebilligt. Damit wird eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeführt. Zudem wird die Nachweispflicht über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung ausgeweitet. Premierminister Jean Castex begrüßte die neuen Regelungen.

Die Änderungen sind umstritten. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen. Am Rande von Demonstrationen gegen Impfpass und Impfpflicht kam es zu Ausschreitungen. Es gab zahlreiche Festnahmen.

Von August an wird nun ein „pass sanitaire“ - also ein Nachweis über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung - auch für Fernzüge, Bars oder Restaurants nötig sein. Frankreich kämpft derzeit gegen eine vierte Corona-Welle. Von den etwa 67 Millionen Einwohnern haben etwa 40 Millionen zumindest eine Impfung.

Sarah Cames