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Trotz Corona-Infektion: Kroos hatte keine Sorge wegen EM-Teilnahme

13:46
04.06.2021
Nationalspieler Toni Kroos strebt bei der anstehenden Fußball-Europameisterschaft auch eine Wiedergutmachung für die verkorkste WM in Russland an. «Wir wollen das enttäuschende WM-Turnier 2018 vergessen machen. Wir wissen, dass das eine schwierige Aufgabe ist», sagte Kroos in einem «Spiegel»-Interview. Bei der WM 2018 war Deutschland in der Vorrunde gescheitert.

Bei den jüngsten Rückschlägen wie dem 0:6 gegen Spanien oder dem 1:2 gegen Nordmazedonien habe man «gesehen, was alles nicht funktioniert», sagte der Profi von Real Madrid und betonte: «Jetzt ist es wichtig, dass wir uns gut vorbereiten. Ich glaube schon, dass unser Kader eine absolut hohe Qualität hat. Es gibt wenige Mannschaften, die das an guten Einzelspielern vorbringen können wie wir. Aber wichtig wird sein, es als Mannschaft hinzubekommen.» Man sei jedenfalls «nicht Favorit des Turniers», sagte Kroos.

Der 31-Jährige war am Sonntagabend nach seiner Coronavirus-Infektion im DFB-Quartier in Seefeld eingetroffen. Auf die Frage, ob er Sorge hatte, die EM zu verpassen, sagte der 101-malige Nationalspieler: «Eigentlich nicht.» Er habe auch das Gefühl, «dass es bis zu Beginn der EM hinhauen sollte» und er im ersten Spiel gegen Frankreich am 15. Juni in München einsatzbereit sei. «Ich habe zwar insgesamt neun Tage lang nicht richtig trainiert. Aber ich bin ja grundsätzlich spielfit. Wir haben eine lange Saison hinter uns; ich fange nicht bei null an», sagte der Weltmeister von 2014 in dem Interview.

(dpa)

EU für Zwangslizenzen für globale Verteilung von Corona-Impfstoff

13:08
04.06.2021
Für eine bessere Versorgung ärmerer Länder mit Corona-Impfstoff befürwortet die Europäische Union Zwangslizenzen. Dies geht aus dem offiziellen Vorschlag für Gespräche in der Welthandelsorganisation WTO hervor, den die EU-Kommission am Freitag veröffentlichte. Sie stellt sich aber gegen die zeitweilige Aufhebung von Patenten, wie sie die USA ins Gespräch gebracht hatten.

Der Unterschied: Bei einer Zwangslizenz wird der Besitzer eines Patents von Regierungen gezwungen, bestimmte andere Firmen gegen Geld sein geschütztes Produkt herstellen zu lassen. Bei einer Aufhebung von Patenten kann jeder die Produktion unentgeltlich aufnehmen.

Das beste Mittel sind aus Sicht der EU freiwillige Lizenzen, also eine gütliche Vereinbarung zwischen dem Inhaber eines Patents mit anderen Herstellern. Nur wenn dies nicht ausreicht, soll die Option von Zwangslizenzen genutzt werden, um Exporte in Länder ohne ausreichende eigene Impfstofffabriken zu ermöglichen.

Die Positionierung zur Patentfrage ist Teil eines EU-Vorschlags zur gerechteren Verteilung von Corona-Impfstoffen weltweit. Die beiden anderen Elemente: eine möglichst weitgehende Aufhebung von Exportbeschränkungen sowie der Aufbau von Produktionskapazitäten in ärmeren Ländern.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte abermals, dass die EU seit Beginn der Pandemie Solidarität gezeigt habe. «Die Europäische Union hat den Export von etwa der Hälfte der in Europa produzierten Gesamtmenge erlaubt.» Jetzt gehe es darum, die weltweite Verteilung zu beschleunigen. «Ich freue mich, dies nächste Woche mit den Spitzen der G7 zu diskutieren, um dieses Ziel zu erreichen», erklärte von der Leyen. Im Rahmen der WTO soll die Debatte ab Juli geführt werden und aus Sicht der EU bis November abgeschlossen sein.

(dpa)

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