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Merkel für Verlängerung der «epidemischen Lage»

13:07
04.06.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist trotz sinkender Corona-Zahlen dafür, dass der Bund auch über Ende Juni hinaus bestimmte Sonderbefugnisse zur Regelung von Corona-Maßnahmen behält. Die Bundeskanzlerin halte es für sinnvoll, dass die «epidemische Lage von nationaler Tragweite» verlängert werde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag auf Nachfrage in Berlin. Er verwies zugleich darauf, dass die Entscheidung darüber Sache des Bundestages ist.

Laut Infektionsschutzgesetz kann der Bundestag eine solche «epidemische Lage» feststellen und wieder aufheben. Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht direkt ohne Zustimmung des Bundesrates, Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Üblicherweise brauchen Verordnungen der Regierung das Ok der Länderkammer, anders als Gesetze aber keine Zustimmung des Bundestags.

Eine «epidemische Lage» liegt vor, «wenn eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik Deutschland besteht», heißt es im Infektionsschutzgesetz. Sie endet automatisch, wenn der Bundestag sie nicht nach Ablauf von drei Monaten erneut verlängert. Das wäre Ende Juni der Fall. Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben sich nach dpa-Informationen bereits auf eine Verlängerung verständigt.

Mit der «Bundes-Notbremse», die am 30. Juni auslaufen soll, hat das nichts zu tun. Diese war nachträglich ins Infektionsschutzgesetz geschrieben worden. Hier handelt es sich um konkrete Maßnahmen, die auf Kreisebene ergriffen werden müssen, wenn die Corona-Ansteckungszahlen bestimmte Werte überschreiten, wie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, Vorgaben für Schulen, Handel und Freizeit.

(dpa)

Sicherheitslücke bei Corona-Schnelltestanbieter in Oberschwaben

12:26
04.06.2021
Durch eine Sicherheitslücke in der Software eines Corona-Schnelltestanbieters in Oberschwaben konnten Unbefugte auf Testergebnisse und andere sensible Daten zugreifen. Entdeckt wurde die Schwachstelle durch das Hackerkollektiv «Zerforschung». Der betroffene Anbieter, die Gemeinsam Neue Wege GmbH (GNW) mit Sitz in Ravensburg, teilte am Freitag mit, man habe die Lücke nach einer entsprechenden Mitteilung des Landesbeauftragten für Datenschutz innerhalb von 24 Stunden geschlossen. Über den Vorfall hatte zuerst die «Schwäbische Zeitung» berichtet.

Nach Angaben des Hackerkollektivs waren rund 37 500 Testergebnisse des Ravensburger Anbieters von der Sicherheitslücke betroffen. Unter anderem seien neben dem Testresultat Namen, Adressen und Telefonnummern «mit vertretbarem Aufwand» zugänglich gewesen. Eine solche Sicherheitslücke habe man bei drei weiteren Anbietern mit Schnelltest-Stationen in Berlin und München gefunden. Der Umgang der Firmen mit Gesundheitsdaten sei «extrem verantwortungslos».

Der Geschäftsführer der GNW GmbH, Raphael König, betonte dagegen, die Daten seien nie öffentlich einsehbar gewesen. Bislang gehe man basierend auf den Zugriffszahlen nicht von einem Datendiebstahl aus. Zur besseren Sicherung müssten Getestete nun Buchungscodes, Namen und die jeweilige Teststation zum Einsehen ihres Ergebnisses angeben.

(dpa)

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